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Als sie denn so da saß in ihrem Jammer und in der Angst ihres Herzens, so schritt ei» Jäger- bursche durch die Menge. Er war von überaus schdncr Gestalt, und sein Auge funkelte kühn un­ter den dunkeln Augbrauuen hervor, hell und durchdringend, dabei pfiff er lustig vor sich hin, und lachte bisweilen heimlich, als mache er sich über die ganze Welt von Herzen lustig. Ein großer hellgrüner Mantel hing ihm nachlässig über die Schulter, und die blanke Flinte glänzte im Abendschein. Er trat an eine der Säulen, wo Dorilla saß, und sah, die Arme über einander gekreuzt, dem bunten Treiben der Menschen zu.

Eben kam ein wohlgekleideter Mann vorbey 'mit Stern und Ordenskreuz. Schüchtern nahte sich Dorilla, und hob die Hände bittend zu ihm empor, und ihre feuchten Augen sprachen gleichsam die Worte aus: Erbarme dich der Armuth! Aber der reiche Herr sah sie unwillig an und sagte: geh und arbeite ! der müßigen Tagdiebe gibt es ohnehin schon längst zu viele! und so schritt er vornehm vorüber. Hocherrbthend schluchzete Dorilla: Ach, es soll ja nur für meine arme, arme Mutter! und die Hände zum Himmel emporhebend, als wollte sie ihn zum Zeugen an­rufen, daß sie das harte Wort nicht verdiene, stand sie eine lange Weile in tiefer Verwirrung