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Nro. II.

Rothkopfs Sorge im Plauischci» Grunde.

Der PlaNische Grund ist eine der reitzend- sten und merkwürdigsten Gegenden unsers deut­schen Vaterlandes, und wird daher von vielen Reisenden besucht, und mit Entzücken durchwan­dert. Eine halbe Stunde vor den äußersten Thoren der Stadt Dresden, am Wege nach Tharand *) und Freyberg nimmt diese Gegend, die eigent­lich ein Felsenthal ist, ihren Anfang und zieht sich ohngeführ 3 Stunden weit fort. Das Flüßchen W e i ß e r i tz, das sehr herrliche Forellen beherbergt, durchströmet es. In der Nahe von Tharand zieht sich dieses Thal in enge, wilde Schluchten zusammen, wo nackte, steile Felsen wild empor starren, wahrend sich auf einer andern Seite schön bewachsene, mit Laub- und Nadelholz ge­schmückte, Berge in sanften Abhängen ausbreiten.

*) Tharand ist ein kleines Städtchen, das rzo Häuser, und 800 Einwohner zählt, die sich mit Arbeiten in Holz, mit Leinwandweberey und Loh­gerberei) nähren. Es ist daselbst ein Forst-Institut d. h. eine Anstalt, wo junge Leute alles das lernen, was ein guter Förster zu wissen nöthig hat, und ein Bad. An einer Seite des Städtchens liegen auf einem frey stehenden Felsen die Ruinen eine» Schlosses, welches schon 1568 seinem Schicksale Preis gegeben wurde, indem man es in diesem Jahre abdeckte, und das Fensierbley zusammen schlug und verkaufte.