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Steh nur auf, ich will dich waschen.

Glatten dir dein gülden Haar,

Will dich rein, wie ehmals halten.

Da ich noch am Leben war.

Schöne Kleider, Silberspangen Hab ich auch dir mitgebracht,

Süßen Brey will ich dir kochen.

Sollst nicht hungern in der Nacht.

Werde öfters zn dir kommen,

Dringen, was ich bringen kann.

Und. wenn du wirst gut verbleiben. Einstens einen braven Mann.

Durch diese vermeintliche Erscheinung, welche- vermuthlich ein lebhafter Traum war, fühlte sich Gretchen ungemein beruhigt, ermuthigt und gestärkt. Mit bewundernswürdiger Geduld ertrug sie die Härte ihrer Stiefmutter, und fügte sie sich in die Launen ihres Vaters. Mit dem angestreng­testen Fleiße lernte sie alles, was ihr in der Schule ist aufgegeben worden, und mit der größten, nie unterbrochenen, Andacht hörte sie in der Kirche dem Prediger zu. Wenn sie sang und betete, so that sie dies mit einer Inbrunst und Herzens- erheoung, daß es schien, als schwebte ihr Geist im Himmel unter den Engeln, und als stünde sie leibhaftig vor dem Throne Gottes. So wuchs sie zu einer frommen, edlen Jungfrau heran.