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Gegen jedermann war sie höflich und bescheiden, und gegen Arme wohlthätig, so weites ihr mög­lich war. Ucbrigens verrichtete sie im Hanse ihres Vaters ihre Geschäfte mit der bewundernswürdig­sten Aufmerksamkeit, Ordnung und Emsigkeit, und auf Zucht und Ehrbarkeit hielt sie mit einer Strenge, daß sich alle Nachbarn darob verwun­derten, und sie deßhalb ehrten und liebten. Diese hohe Achtung, worin» Gretchen bey allen, die sie näher kannten, stand, bestimmte einen überaus braven jungen Mann, sie in Gedanken zu seiner künftigen Gattin zu wählen. Da er aber jetzt mit in den Krieg ziehen mußte, so sagte er ihr nichts von seinem Vorhaben. Als aber der Krieg geendigt war, und er mit seinem Abschiede auch eine Försterostelle erhalten hatte; so trat er einst zu ihr und sprach:

Jungfer Gretchen, Jungfer Gretchen, Gebt mir Eure schöne Hand;

Denn ich hab mich brav gehalten.

Als ich vor dem Feinde stand.

War nicht nur der beste Reiter In dem ganzen Regiment,

Bin auch ehrlich stets geblieben.

Wie Ihr hier *) es lesen könnt.

*) In dem Abschiede, den der junge Mann bey sei­nem Austritte aus dem Soldatenstande von seinen Vorgesetzten erhalten hatte.