- <?z -
Nro. X.
Werth der Feunbschaft.
Eine Fabel.
Ein Rabe, den die Vögel für einen Weisen hielten, saß einst auf einem Baume des Waldeö. Da kam der Vogelsteller, stellte sein Netz, streuete Saameukörner darein und gieng wieder fort; aber der Rabe fürchtete sich vor dem Netze, und versteckte sich in das dichte Laub. Und ein Schwärm milder Tauben kam, und sahe das schone Gcrsten- futter; und sie setzten sich alle und fraßen. Aber das Netz fiel zu, und sie waren gefangen, und stattertcn ängstlich herum. Da sprach die Führe- rinn des Schwarmes: „das Hin - und Hrrflattern hilft uns zu nichts; laßt uns aber versuchen, alle auf Einmahl in die Höhe zu fliegen, vielleicht vermögen mirs, das Netz mitzunehmen." Da flogen sie alle zugleich in die Höhe, und siehe da! es gelang ihnen, das Netz mitzunehmen. Aber der Rabe hatte alles mit angesehen, wie Einigkeit sie stark machte, und flog in der Ferne nach.
Und die Tauben hatten sich niedergesetzt in «in Fruchtfeld, in der Nähe eines Baumes, und berathschlagten, wie sie aus dein Netze herauskommen möchten. Da sprach eine von dem Schwärme: „ich habe schon längst Freundschaft geschlos-

