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Nro. XII.
Die drey Wünsche.
Legende.
Vor alten Zeiten, als unser lieber Herr, itt der Person Jesus von Nazareth, auf Erden wandelte, und bald durch ein lachendes Aehreu- selb spatzierre, bald einen lustigen Berg bestieg, bald nach einem stillen freundlichen Dörfchen oder Städtchen hinzog, wo er glaubte, daß etwa ein paar wißbegierige Seelen mit Andacht auf seine Predigt hören dürften, da trug es sich zu, daß er eines Abends mnd war, und ihn die Nacht überfiel, ehe er das Dorflein, wohin er wollte, erreichen konnte. Da standen aber auf dem Wege vor ihm zwey Häuser einander gegen über, eins groß und schbn, das andere klein und ärmlich anzusehen, und gehörte das eine einem reiche», das andere einem armen Manne. Unser lieber Herr dachte: dem Reichen werd ich ja nicht beschwerlich fallen, und klopfte bey ihm an die Thür. Da machte der Reiche sein Fenster auf, und fragte, was er wollte. „Ein Nachtlager." Der Reiche guckte ihn an vom Kopfe bis zu den Füßen, und weil der liebe Herr schlichte Kleider trug, und nicht aussah, wie einer, der viel Geld in der Tasche hat, schüttelte er den Kopf und sprach: „Ich kann Euch nicht aufnehmen, meine

