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zug geben? Darüber konnten aber die Kinder nicbt eiti< werden, und es blieb endlich dabei, daß man einem jeden Baume Nutzbarkeit zuge- siehe» und seine guten Dienste rühmen müsse, und daß vor allen die Waldbäume diesen Ruhm verdienten, weil sie nicht, wie die Fruchtbäume, kränkelten, sondern feste abgehärtete Körper hätten. Ulrike erwähnte zuletzt eines Baumes, den sie wohl zu ihrem Lieblingsbaume erwählen möchte, weil er mit allen den Vorzügen, welche man an den übrigen Waldbäumen rühmt, und mit einem ehrwürdigen Alter noch einen sehr bedeutenden verbinde, den man an den übrigen Waldbäumen, wenigstens in unserm Himmelsstriche, vergebens suche, den Vorzug eines balsamischen Geruchs und einer außerordentlichen Schönheit seiner Blüthen; aber er sei leider in unsern Wäldern nicht zu finden, sondern schmücke nur hie und da die Landstraße», die Höfe und Gottes- äcker. — Du meinst gewiß die herrliche Linde? rief hier Hermann, und die könnte auch mein Lieblingsbaum werden, wenn sie sich nicht bei uns, gar zu rar machte, und nicht einen zu stolzen Sinn hätte, den» es hält doch sehr schwer, es ihr recht zu machen, und fast a» jedem Boden hat sie etwas auszusehen, so wie an jeder Lustart. Bald ist es ihr zu kalt, und gleich läßt sie die Flügel hangen, kränkelt, und steht im Wachsthum still; bald ist eS ihr zu heiß, und ihr weichlicher Körper zehrt ab, ohne daß man begreift, wie es zugeht. Der alte Georg hat mir aber versichert, daß sie sich in unserm Nachbarland«, in dem ungeheuer großen Rußland, weit besser beträgt, und sich's dorr gefallen läßt, in den Wäldern Platz zu nehmen, daher die Russen sie auch weit besser, als wir, benutzen, indem sie aus dem Bast, den sie im Wasser aufweichen, Stricke, Körbe, Märten, und sogar Schuhe machen; ich danke aber für solche Bastschuhe. Das Holz soll zähe, leicht und weiß seyn, sich gut drechseln und schnitze» lassen, und besondere zu Mulden, Tellern und Löffeln gebraucht werden. Ale Kohle dient es zum Zeichnen und zur Bereitung des Schießpulvers. — Man hat sehr berühmte Linden, bemerkte der Vater, und sie sollen ein Alter von 800 Jahren erreichen können. Ich erinnere mich, auf einer Reise durch Deutschland eine Linde zu Neustadt am Kocher im Würtembergischen gesehen zu haben, die schon im Jahr 1292 wegen ihrer Größe berühmt war, und deren Aeste auf nicht weniger, al« 100 Pfeilern ruhten.

