Dieses zu hoffen, hatten sie gegründete Ursachen. Denn das Gut, auf dem sie bald anzukommen gedachten, hatte eine treffliche Lage. Ein anmuthiger Lustwald, grünende Wiesen und Garten, Seen und Teiche, und was die Natur sonst noch angenehmes und erfreuendes hat, vereinigte sich Daselbst. Ihr könnt denken, Kinder, daß man mcht unterließ, sich diese Annehmlichkeiten zu Nutze zu machen- Wald suchte man den kühlenden Schatten des Waldes, bald sonnte man sich auf der bunren Wiese, bald sog man die Wohlgerüche des blumenreichen Gartens ein. Ucbcrall Unterhaltung, überall Zerstreuung'.
. Keine Arr der Freudengenüsse zog indeß unsre junge Herrschaften mehr an, als die Wasscrparthicn, denen selbst die gnädige Mama den meisten Beyfall schenkte, weil diese Art von Lustbarkeit ihr selbst etwas ungewöhnliches und neues war. Noch ungewöhnlicher waren sie Franzcn und Eduarden, oder vielmehr, diese hatten noch nie ein ähnliches Vergnügen genossen. So oft daher die ältern Personen eine Wasserfahrt veranstalteten, so drängten sich die Knaben ganz besonders hinzu, und in der Regel wurden sie nie davon ausgeschlossen. Doch fand die Mama nöthig, das strenge Verbot an sie ergchn zu lassen, daß sie sich nie unterfangen sollten, allein und ohne Beyseyn ihrer selbst, oder anderer erwachsnen Personen, einen Kahn zu besteigen. „Denn," sagte sie, „es ist große Gefahr dabey, wenn Kinder sich allein aufs Wasser begeben. Wie bald stößt oder neckt einer den andern, und einer oder beyde stürzen in die Fluth. Auch wißt ihr nicht mit den Rudern umzu- gchn, und werft also leicht den ganzen Kahn um. Darum untersage ich Euch ernstlich das Wasser."

