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IV. A b d a l ll h.

Was ihr hier sehet, das ereignete sich vor nicht allzulanger Zeit in einem großen Kabylendorfe.

Die Kabylen sind Ureinwohner jenes Landes, das fast die ganze Nordküste von Afrika einnimmt, das man die Berberei nennt, das aber jetzt einem großen Theile nach mit Ausnahme von Marokko, seit die Franzosen es erobert haben, Algerien heißt, Es umfaßt die ganze Nordküste von Afrika bis nach Aegypten hin und bis hinunter an die große Sahara, die große afrikanische Sandwiiste. Das Land, in welchem die Kabylen wohnen, ist ein Gebirgsland, welches bogenförmig die südlich gelegene Sandwiiste umschließt. Das Hauptgebirge ist der Atlas, dessen höchster Punkt über 12,000 Fuß hoch ist. Das Bergland ist schön bewaldet; zahlreiche Gewässer entspringen in ihm und stießen dem Meere zu, oder bilden Steppenflüsse und Seen, da sie, wenn sie nach Lüden strömen, in der Wüste keinen Abfluß finden. So weit das Gebirge reicht, ist der Boden des Landes angebaut und zum Theil von höchster Fruchtbarkeit. In einigen wasscrlosen Gegenden, namentlich gegen die Wüste hin, hat es unfruchtbare Steppen, in welchen sich Salzseen gebildet haben. Das Klima des Landes ist sehr warm, die Hitze steigt oft bis zu vierzig Graden; der Sommer ist fast ohne Regen, der erst im September den Boden zu erquicken anfängt. Die vier Jahreszeiten und namentlich den Winter kennt man dort nicht, denn selbst die Wintermonate haben die mildeste Luft. Dagegen wird das Land häufig von Erdbeben heimgesucht und die furchtbare, schnellrödtcnde Krankheit, die man Pest nennt, bricht dort häufig aus. Es leben in diesem Lande alle bekannten afrikanischen wilden und zahmen Thiere mit Ausnahme des Elephanten, Krokodils, Nashorns, Nilpferds, der Giraffe und einigen andern. Besonders reich ist es an den schönsten, edelsten, feurigsten und flüchtigsten Pferden, an Kameelen, Eseln, Schafen und Büffeln. Im Gebirge haust Wild aller Art in Menge, in den Wüsten der Strauß. Die Küste ist reich an Korallen, wilde Bienen liefern viel Honig und Wachs, Heuschrecken aber richten oft große Verheerungen an und die Wälder beherbergen viele Schlangenarten. Getreide wird im Ueberfluß gebaut, namentlich Walzen und Gerste, Baumwolle, Wein, Oel, Südfrüchte, Hülsenfrüchte, Korkeichen, Obst, und eine Fürbepslanze mit dem Namen Henna. Einige Provinzen haben großen Reichthum an Dattelpalmen.

Die Berbern und Kabylen, das Urvolk des Landes, bewohnen die Gebirge in festen Wohnsitzen, in Dörfern, treiben Ackerbau und Viehzucht, nebenher die Jagd auf die in den Gebirgen hausenden wilden Thiere, namentlich auf Löwen, Panther und Leoparden. Sie sind Mnhamedaner. Die herrschende Sprache dcö Landes ist die arabische. Sie sind in viele Stämme getheilt, die unter ScheikS