36 Bewohner Amerika's. Die Indianer.

Hauptbeschäftigungen sind die Bearbeitung der Felder, das Besäen der­selben, die Besorgung der Ärnte, das Stampfen des Getraides, um entweder Suppe aus demselben zu bereiten, oder Brot daraus (in der Asche) zu backen, und Brennholz herbeizuschaffen. Wenn die Weiber mit den Män­nern ausziehen, und sie keine Pferde haben, trägt die Frau, ohne sich je darüber zu beschweren, das Gepäck auf dem Rücken.

Die Weiber pflegen ihre Arbeit immer in Gesellschaft anderer Frauen zu verrichten, und sich in den Zwischenstunden an den Speisen, welche der Mann aus dem Walde heimgebracht hat, wohl sein zu lassen. Es wird sehr darauf gesehen, dasi es nicht an Fleisch und überhaupt an Essen mangle. Die übrige Zeit wird unter Gesprächen hingebracht.

Ist Ende Septembers eingeärntet, so ist für die Frauen im Norde» des Ohio, bis zu Anfang des März, außer Holz zu holen und zu kochen, wenig zu thun.

Zu Anfang des Märzes zieht die ganze Familie nach den Plätzen, wo sie Ahornzucker kocht. Über die Zeit dieses Geschäftes bauen die Männer entweder neue Hütten, oder bessern die alten aus, machen Tröge von ver­schiedener Größe, um den Saft sammeln zu können, während die Weiber mit dem Sieden des Zuckers beschäftigt sind. Ist irgend Zeit übrig, so ziehen die Männer auf die Bärenjagd; bleiben sie zu Hause, so helfen sie den Weibern beim Einsammeln des Saftes, und geben, wenn diese abwesend sind, Acht darauf, daß der Sirup nicht überkoche. Will der Mann, während der Jagd, von seiner Frau begleitet sein, so zeigt er ihr den Tag an, und beschreibt ihr die Stelle, wann und wo er jagen will. Die Frau besorgt dann die nöthigen Lebensmittel, und trägt das Gepäck an den bestimm­ten Ort.

Obgleich die Arbeiten und Geschäfte der Frauen, das Dörren des Flei­sches an der Luft, das Einsammeln des Talges, das Bereiten der Häute, das Aussuchen wilden Hanfes, aus welchem Stricke und andere nothwendige Dinge gemacht werden, das Einsammeln der Färbewurzeln zeitraubend und nicht ohne Mühe sind, sind dennoch die Geschäfte des Mannes mit weit mehr Beschwerden und Anstrengungen verknüpft, so daß, wenn er hinrei­chend Fleisch in das Haus schaffen will, ihm keine Zeit übrig bleibt, die Frau bei ihren Verrichtungen zu unterstützen. Da die Erhaltung der Fa­milie vom Ertrage der Jagd abhängt, darf der Indianer seinen Körper nicht steif und verweichlicht werden lassen, sondern muß bemüht sein, seine Glieder so beweglich und kräftig als möglich zu erhalten, damit er den Beschwerden des Jagens zu trotzen vermöge. Weder Flüsse, noch stehende