HO Bewohner Anienka's. Die Paria's. Die Guaraunen.
weiblichen Geschlechte die schwerste Arbeit zu Theil, und es hat, wie bei allen wilden Völkern, die meisten Beschwerden zu ertragen.
Das Spanische lernen die Indianer sehr schwer, und wenn ste auch den Sinn der Worte ganz verstehen, können sie doch die einfachsten Gedanken nicht ohne Anstoß spanisch ausdrücken. Zum Rechnen haben ste ebenfalls keine Anlage. Die gebildeteren Indianer können spanisch bis 30, 40 , ja bis so zählen; doch steht man ihnen deutlich an, wie sehr sie dies anstrengt. In ihrer eigenen Sprache zählen ste nur bis 5 oder 6. Die amerikanischen Mundarten werden ganz anders konstruirt, als das Lateinische, und die damit verwandten Sprachen. Die Mundart der Chayma's klingt nicht so unangenehm, als die Mundart anderer Stämme Südamerika's.
Die Paria'o o-er Dariagotoer,
welche ehemals die Halbinsel von Paria, und die Küsten von Effequibv und Berbice, so wie die Ebenen von Parima und Piritoo bewohnten, sind sehr unbekannt, und man hat bisher wenig über ste erfahren können.
Die Guaraunen o-er Guaraounoer,
welche um die Mündung des Orinoko, zum Theil auf den Werdern, welche die Mündungsarme umschließen, wohnen, haben sich durch die Beschaffenheit ihres Landes unabhängig erhalten; damit der austreten.de Strom ihre Häuser nicht erreiche, erbauen ste dieselben auf den Stamm der Mangrove und Mauritia-Palme; aus dem Marke der letzteren bereiten sie Mehl, aus welchem sie ihr Brod backen. Sie sind vortreffliche Seeleute, kennen die Mündungen und Verzweigungen des Orinoko genau. Merkwürdig ist die ungemeine Geschicklichkeit, mit welcher sie über sumpfigen Boden Hinweglaufen können, auf den weder andere Jndier, noch Neger, noch Weiße sich wagen. Da diese Thatsache richtig ist, und Vielen auffallen mußte, ist man auf den sonderbaren Gedanken gekommen, daß die Körper der Guaraunen leichter sein sollten, als die der übrigen Indianer.

