mit einem besser erfundenen als ausgeführten Dek- kengemälde *). Was hier gleich zuerst ins Auge fällt, sind dreizehn in Oel gemalte Bildnisse in Lebensgröße: zuvörderst nämlich Luther und Me- lanchton, beide zwar ganz gut, aber gewiß nur angeblich von Lukas Cranach gemalt **); dann die Kurfürsten von Sachsen, Friedrich der Wei­se, Johann der Beständige, Johann Fried­rich der Großmüthige, Moritz August, Jo­hann Georg I IV. und Friedrich August der Starke, endlich ein Herr von Kospoth, ehemaliger knrsächsischer geheimer Rath und Ober­aufseher der Grafschaft Mansfeld, welcher diesen Saal auf seine Kosten hat verschönern lassen. Sonst sieht man noch an der Wand, außer ein Paar klei­nern und unbedeutender» Bilderchen, das in Ku­pfer gestochene Bildniß eines aus Eisleben gebür-

*) Die Vorstellung ist die: durch den dickbewölkten und in der Mitte sich brechenden Himmel fliegt ein Engel, der in der Rechten eine Posaune hält, und in der Linken ein Band mit der Aufschrift aus Offenb. Joh. 14, 6. Ich habe ein ewiges Evan­gelium zu verkündigen, denen, die auf Erden sitzen und wohnen.

**) Man vermißt nicht allein Eranachs gewöhnliches Zeichen, die geflügelte Schlange, sein Familienwap- pen, sondern, was noch mehr sagen will, auch Cra- nachs Manier.

2!>8