Je nachdem sich Gelegenheit zur Reise macht, geschieht eS oft, daß sich Eltern und Kinder schon im zweiten, dritten Jahre von einander trennen müssen, und daß sie sich dann nie wieder sehen, oder erst nach zehn bis zwanzig Jahren, wenn die Missionarien etwa zum Besuch nach Europa kommen, oder wenn sie alt und schwach zurückkehren, um von ihrem beschwerlichen Dienste auszuruhen.
Das ist nun freilich hart. Man kann denken, mit welcher herzzerreißenden Wehmuth die Eltern dem Schiffe nachsehen mögen, das ihre theuren Lieblinge über das große Wasser nach der fernen Heimath fortführt. Und auch unter den Kindern gibt es solche, die sich auf der ganzen langen Reise nicht wollen trösten lassen. So war ein kleines Mädchen, das von dem Kap der guten Hoffnung kam, immer voll Heimweh, und wenn sie auf dem großen Ozean ein Schiff erblickte, so schrie sie gleich: „O sind
wohl mein Vater und meine Mutter auf diesem Schiffe, und kommen sie wieder zu mir! ? " —
Aber es ist nun einmal nicht anders. Wir sehen, daß es in der Nachfolge Christi noch heut zu Tage vorkommt, daß man Vater und Mutter, Sohn und Tochter um Seinetwillen verlassen muß. Hat doch auch im großen Befreiungskämpfe 1813 mancher Krieger mit williger Ergebenheit die Seinigen alle verlassen, um sein Leben auf dem Altar des irdischen Vaterlandes zu opfern. Sehen

