worden war. Dieser wurde noch ganz gefunden; und so wenig auch ein Jeder von dem Getränk bei der Vertheilung bekam, gab es doch wieder Kraft; und am 17. August Bormittags 11 Uhr, erreichten wir glücklich, nach zwölfstündiger Angst, die holländische Insel Ter Schelling.
Wir setzten die Kinder auf den Sand, hüllten sie in die Decken, und sandten nach dem nächsten Dorfe, um einen Wagen zu erhalten. Bei dem Harren darauf wurden wir erst gewahr, daß eS eben Ebbe war, und so mußten wir noch ein weites Stück bis an das eigentliche Ufer gehen. Da wir ganz erkältet waren, fiel eS unS schwer, die Kinder durch den lockern Sand zu tragen, um sie vor der anstürmenden Fluih zu sichern. Wir waren fast von Kleidern entblößt, und triefend vom Seewasser. Daö Beste, was ich gerettet hatte, war ein Hut, den mir aber jetzt der Wind in die See führte. Aber daß wir unser Leben gerettet sahen, daö galt mehr als alle andere Noth und aller Berlust. Unser Herz war voll Lodens und Dankens gegen unsern Gott und Herrn. Wir waren mit unsern sieben Kindern gesund, ohne die mindeste Verletzung. Wir hätten mögen vor unserm Heiland in Dank zerfließen, als ich das Loosungsbuch
189
hatten wir nicht; da fiel mir ein, daß in meinem Ueberrock, den ich in das Boot geworfen hatte, wohl ein Krug mit Rum sie- cken werde, der mir von einem Freunde in St. Jan geschenkt

