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Die Musikanten endeten zugleich mit einem kräftigen Geigcn- strich; Frau Räder reichte willig ihre Gabe, und zufällig faßte sie dabei den Invaliden näherinsAuge, der seine Blicke jetzt starr und fest auf sie heftete. Sie erschrak, in der Physionomie des Mannes rief eine gewisse Achnlichkeit ihr das Bild ihres längst als tob beweinten Bruders lebhaft ins Gedächtniß zurück.
Seyd Ihr nicht —fragte der Mann, und seine Stimme war zitternd: — seyd Ihr nicht Sophie Schulz?
So hieß ich, ehe ich mich verheirathetc und hierher zog, antwortete sie überrascht; und Ihr? — Meine Schwester! rief der Violinspielcr. Gott, wie finden wir uns? Komm Fritz, küsse Deine Muhme!
Bist Du es denn wirklich, Leonhard? fragte von freudigen und wehmüthigen Gefühlen überwältigt, Frau Räder, indem sie ihn an ihre Brust drückte. Ach, ich hätte Dich kaum erkannt. Nun, komme nur mit in meine kleine Wohnung, komm lieber Kleiner, Fritz heißt er? Ei wer hätte das denken sollen!
Sie küßte den Knaben mit inniger Zärtlichkeit, und ihre Freude äußerte sich in vielen Worten.
Der Vogclhändlcr hatte einen stillen, aber thcilnchmcndcn Zuschauer dieser Erkennungsscene abgegeben. Denkt doch nur, Herr Nachbar! wandte sich auch zu ihm die Frau: denkt doch! Sitzen wir hier, und klagen einander unser Leid, muß auf einmal mein Bruder kommen! Wollt Ihr mich auf ein Schälchcn Kaffee besuchen? Wollt Ihr? Ja, komHit nur, ich wohne in der Schulgasse Nummer 128, drei Treppen hoch! — Sie schloß eilig ihre Bude,

