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„Wie man eS nimmt, versetzte ihre Mutter. Soll da-, was man giebt, dem Geber Freude gewähren, so muß eS aus wahrer Herzensgute geschehen, und nicht auS Stolz, damit man nur sagen könne, man habe Etwas gegeben."
N „Meinen Sie denn, liebe Mutter, baß das Letztere bei mir der Fall sei, weil ich eS Ihnen gesagt habe?" antwortete Margaretha. „Nein, mein Kind. Wenn du mir Etwas sagst, so ist das eben so viel, alS wenn du es zu deinem Gewiffen sagtest. Ja, du kannst und sollst wir sagen,^vas du Gutes gethan, aber auch, was du Böses gethan hast, weil du weißt, daß es von mir Niemand erfahren wird. Ich beschuldige dich auch nicht deS Stolzes; und es zeigen sich Gelegenheiten genug, um großmüthig zu sein.«'
Wahrend der letzten Worte ihrer Mutter hatte Margaretha die Augen mit unruhiger Miene auf die kleine Azelie geheftet, der sie einen hübschen kleinen Wagen, welcher ihr von all' ihren Spielsachen am liebsten war, geschenkt halle. Nun lief diese plötzlich ganz zornig zu ihr hin und sagte: Sehen Sie, Fräulein, eS war nicht der Mühe werth ihn zu verschenken, da er sogleich zerbrach. Hierauf entschuldigte sie sich aber doch und sagte, sie habe ihn nicht mit Fleiß zerbrochen, und meinte, man könne ihn wieder ausbessern.
„So! —" schrie Margaretha, indem fle ihn ihr aus der Hand riß, und besah ihn nach allen Seiten; dann setzte sie sich wieder zu ihrer Mutter zrnd sagte: „Das ist doch sehr unangenehm."
„Was? fragte Frbu v. Osy, elwa daß sie ihren Wagen zerbrochen hat? Was geht denn daS dich an?"
„Er gehört ja mir, ich hab» ihn ihr geschenkt," antwortete Margaretha.

