um «S zu bewundern, und als sie darauf dasjenige ihrer Mutter anblickte, welche« viel geringer war, sagte sie ein wenig betrübt:Ist denn da« auch Ihre Pflicht, daß Sie mir da« schönere Kleid machen lassen?'^

Nein, meine gute Tochter, anlwoetel» ihre Mutter sie zärtlich umarmend, aber e« freut mich selbst, wenn ich dir eine Freude machen kann/' Die entzückte Marie ließ sich mit Vergnügen die Genugthuung gefallen, w.lche sie durch dieses Kleid erhielt, denn sie sah, daß ihre Mutter vergnügt war, ihr dieses Opfer gebracht zu haben.

So wie Marie immer vernünftiger wurde, so begriff sie auch, daß wenn es die Freude einer Mutter ist, sich für ihre Kinder aufzuopfern, e« auch ihre Schuldigkeit ist, ihnen zu lehren, daß sie ihre Güte nicht mißbrauchen, und bekam die Ueberzeugung, daß ihre Mutter ihr nur dann entgegen handelte, wann eS nöthig war, wozu sie von nun an jede Gelegenheit zu vermeiden suchte; und bei diesrm Betragen befand sie sich so wohl, daß sie, während ihr« gegenseitig« Liebe, mit jedem Tag zunahm, beinahe Wie zwei Freundinnen zusammen lebten.

Mari« war jetzt ungefähr 14 Jahr alt und wurde, da sie ohnedem kein« feste Gesundheit hatte, durch da- sehr starke Wachsen immer schwächlicher, wodurch sie un­geduldig und niedergeschlagen wurde. Obgleich sie sich so weit beherrschen konnte, daß sie oft die gräßlichsten Schmer­zen stillschweigend ertrug, so konnt« sie doch natürlich nicht

immer

§§§ 64

wär«. Der Preis war aber dennoch für Frau König tt* wa« zu loch und nur nach langem Handeln konnte fl» rS e.,oaS wohlfeiler erhalten. Marie trug voll Freude ihr schöt.e« Kleid untermArm nach Hause, und öffnete unter WegS mehrmals das Papier, in welches es eingewickelt war, in­dem sie sich nicht satt daran sehen konnte. Zu Haus« angekommen, legte sie es sogleich auf ihrem Bett auseinander