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Marianne kam sie ziemlich gut avs. Frau Delong sah darauf, daß Marianne derselben immer mit gehöriger Ach- rung begegnete; sie duldete aber auch nicht, daß Frau Lambert dieselbe plag», da sie schon lange in ihrem Hause sich befand und treu und fleißig war.

Aber zwischen Ludwig und seiner Großtante war eS ein ganz anderes Verhältniß. Da Frau Lamberl ihm nichlS befehlen konnte, was sie bei ihrer Herrschsüchlig- keit sehr ärgerte, so suchte sie ihn, wo sie nur konnte, zu plagen; bald halte er seine Schuhe zu «ng oder seine Hosen zu weit machen lasien, bald waren sein- Haare zu kurz geschnitten, oder seine Aermel zu lang, und da am Morgen weder Haare, noch Aermel, noch Schuhe, noch Hosen anders waren, als am Abend, so sing das Ja, dein wieder von Neuem an, kurz sie hatte beständig et­was an ihm auszusetzen. Frau Delong, bei dergleichen Handeln ganz still und nie daran Antheil nehmend, redete doch immer ihrem Sohne zu, sins in den Schranken der Ehrerbietung zu bleiben und sich nie etwas gegen sie zu erlauben. Dieß siel freilich unserm Ludwig sehr schwer; plagte sie aber seinen Caro, dann eilte er ihm zu Hülse, und fand ihn meistens damit beschäftigt, daß er sich da. für an ihrer Katze rächte. Hörte sie deren Geschrei, dann lief sie hinzu, nahm einen Besen, eine Feuerzange, oder was sie gerade in die Hand bekam und verfolgte den ar­men Caro; hierauf kehrte sie zu ihrer Katze, die sie Ro« dinel hieß, zurück, nahm sie auf den Schoos und tän­delte mit ihr, während Caro wieder friedlich in daS Zim. wer zurückkehrte, wo er bald der Gegenstand eines neuen Streites wurde.

Wer zwingt uns denn, den Eigensinn und die Lau­ne meiner Großtante zu ertragen? sagte Ludwig einigemal voll Unwillen.