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Doch seit dem Vorfalle mit Frau Lambert hatte er oft Mühe sich zu mäßigen, und bei gewissen Punkten reichte die Liebe zu seiner Mutter kaum hin, um das zu ergänzen, was ihm an Vernunft fehlte. Frau Lambert harte keine gute Erziehung genossen: sie war früher Krä- merin in Paris, und die Schwester von der Mutter dts He,rn Delong, und halle letzteren, als Waisen von 12 Jahren zu sich genommen. Als dieser 15 Jahre zählte, widmete er sich dem Kriegsdienste, wobei er sich durch seinen Muth und seine gute Aufführung auszeichnete, keine Gelegenheit versäumte, seinen Geist auszubilden und sich Kenntnisse zu erwerben, so konnte eS nicht fehlen, tasi er endlich bis zum Obersten emporstieg. Frau De» tong, auch ohne Vermögen, war aber desto besser erzo» gen worden, und lebte mit ihrem Manne in der glücklichsten und zufriedensten Ehe.
Frau Lambert halle seit 2 oder 3 Jahren, nach. tem sie Wittwe geworden war, ihr Geschäft in ziemlich schlechtem Zustande verlaflen. Frau Delong schlug damals ihrem Gatten vor, sie zu sich zu nehmen, und die- ser nahm nur deßwegen Anstand, darein einzuwilligen, weil er fürchtete, seiner Frau «ine unangenehme Ees.ll- schaflerin zu geben, gab aber endlich doch nach. Frau Lambert zog also zu ihrer Nichte in ein kleines Städtchen, in welchem diese in Abwesenheir ihres Galten wohnte, uvd wo sie zusammen sehr sparsam lebten.
Ob ihr gleich Frau Delong alle Ehrerbietung erzeigt«, so war sie doch oft recht launisch und unerträg. lich, hauptsächlich weil sie nicht schalten und walten könn. le, wie sie wollte, überhaupt da sie keine ernste Beschaf» tigung haue, so suchte sie alle Gelegenheiten auf, um ihrem Unwillen Luft zu machen. Ludwig und sein schwär» rer Earo hallen am meisten von ihr auszustehen; mir

