Drittes Capitel.
Klippen.
Einige Tage mußte Fritz seinen Fuß noch schonen; er ward von Casimir bestens mit Speise und Trank, und vom Onkel mit Büchern versorgt; auch besuchte ihn dieser oft auf kurze Zeit, Dorothea seltener und die Tante gar nicht. „Warum nicht?" fragte der Gefangene seine Freundin.
„Die Tante hat zu viel zu thun, sie lernt mich jetzt an, und das ist ein schweres Geschäft."
„Aber der Haushalt ist ja nicht groß, und sie hat viele Diener." „Dies wohl, aber diese müssen überwacht werden; sie sollen ihre Pflichte» nicht allein ordentlich thu», sondern Alles auch ebenso und in der Ordnung, wie eS die Tante will; so soll ich'ö auch .. ."
„Und da hat ja die Geplagte durch Dich noch mehr Noth, anstatt Hülfe von Dir zu haben, denn Dich muß sie doch auch controliren?" „Natürlich," lächelte Dorothea, „aber ich denke, doch nicht immer." Endlich sprach der Wundarzt Fritz von seinem Stubenarrest loS; im Zimmer hatte er schon länger umhergehen dürfen, jetzt ward ihm erlaubt, die Treppe hinunterzusteigen und daS gemeinsame Mittagsmahl zu theilen. Als er hereintrat, fand er Dorothea und den Onkel, welcher diese aufforderte, dem Genesenen ein Hurrah zu bringen, in welches er in heiterer Weise einstimmte.
Jetzt rauschte die Tante herein, und kaum hatte sie in hastiger Art den Neffen begrüßt, und wollte eben nach der Gesundheit seines Fußeö fragen, da blieben ihre Augen und Gedanken an der Hülle desselben hangen. „Ist noch ein Pantoffel für Deine Füße nöthig?" fragte sie befremdet.
„Er ist noch etwas geschwollen," erwiderte Fritz harmlos; „ein
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