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sprach ihnen dann in seiner kurzen Rede vor dein Altare mit Kraft anS Herz, warnte sie vor Hochmuth und Geiz, und dem Kinde von Beiden, > der Unvarmherzigkeit.
Die meisten Kirchgänger nickten sich leise zu; aber die reichen Bauern wurden roth, und sahen beschämt oder geärgert zu Boden.
Am Montage ging die Schulprüfung an. Die Kinder zitterten, der Schulmeister hätte eS auch gern gethan, doch er dachte an seine Würde und zeigte einen Muth, den er nicht hatte; an diesem hielten sich die Schüler, und so ging der gefürchtete Morgen auch vorüber. Freilich die Trägen und Ungeschickten hatte der geistliche Herr gleich heraus, und faßte sie tüchtig an, die Fleißigen lobte er, doch ermähnte er sie zur Demuth; alles mit recht kräftiger Stimme. Mit Konrad kam er in ein ordentliches Gespräch, und alle Kinder staunten ihn an, daß er Alles so frei heraus sagte. Als nänilich die eigentliche Schule vorbei war, fing der geistliche Oberhirt noch einmal ganz von freien Stücken an, in die Kinder hineinzufragen, sie Sprüche und Verse hersagen zu lassen, und nach der Bedeutung der zehn Gebote zu forschen. Vorzüglich nahm er das vierte Gebot vor, und wandte sich an Konrad mit der Frage: „Was mußt Du thun, mein Sohn, um zu zeigen, daß Du Vater und Mutter ehrest?"
„Ich," sagte Konrad, und wurde dunkelroth, „ich kann nichts anderes thun als mit Dankbarkeit an sie denken."
„DaS ist sehr wenig, warum nicht mehr?"
„Sie sind Beide vor neun Jahren in Bollenbrook mit verbrannt, Hochwürden; aber ich habe eine Muhme, die ist mir statt Vater und Mutter, der muß ich Freude machen und ihr helfen, wo ich nur kann, iin Hause und bei der Arbeit, und künftig noch mehr, wenn ich ihr Gesell sein werde, und sie ganz alt und schwach sein wird."
Der geistliche Herr hatte mit Theilnahme zugehört, er klopfte Kon-

