rad freundlich auf den Kopf und sagte: „Du hast recht geantwortet, thue das, so wirst Du leben!"
Nun wurden die Kinder entlassen, doch der Superintendent blieb noch eine Zeitlang bei dem Schulmeister — warum? das wußte man nicht recht. Einige meinten, nun käme der Schulmeister selbst vor'ö Messer, und es ginge nun tüchtig über sein Schulhalten her, Andere glaubten, der Hochwürdige erkundige sich genauer nach diesem und jenem Schüler und merke sich das für künftig.
Beide Meinungen mochten Wahrheit enthalten, wenigstens hatte der Superintendent sich genau nach Konrad und seinem Lebenslaufe, wie nach dem seiner Pflegemutter gefragt, und setzte diese Nachforschungen auch Nachmittags bei dem Pfarrer fort, als er diesen zu seiner Kinderlehre begleitete, dabei zuhörte und auch diese Katcchisation noch etwas weiter fortführte.
„Ein fähiges Subjekt, der Konrad Weise," wandte er sich an den geistlichen Hirten, „er ist ohne Zweifel Ihr bester Schüler, Herr Amtsbruder. Was will seine Muhme aus ihm machen?"
„Magdalene Farthinger, vulgo Schneiderlene, will ihn zu einem Schneider machen, Hochwürden, sie freut sich ..."
„Farthinger heißt die Person? Ich entsinne mich eines Mädchens, Elisabeth Farthinger, die bei meiner seligen Frau in Dienst gewesen und später gestorben ist; sie war aus Hagen, eine Schwester Vielleicht?" „Ganz richtig, Herr Superintendent!"
„Ich will doch einmal hingehen und die Lene besuchen."
So kam MagdelenenS Hütte zu der Ehre, daß der Oberhirt sie betrat. Sie traute ihren Augen kaum, doch sie erkannte ihn gleich wieder, da sie ihn in der Kirche gesehen. Er setzte sich zu ihr, sprach Von ihrer Schwester, nannte diese eine treue Magd, und stimmte Magda- lenenö ungeheure Ehrfurcht und ihr Erstaunen, daß der Herr Super-

