Stunden bis Fellinghausen wieder zurück, doch er sagte vorher noch seiner Muhme zum Troste, daß er nach einigen Woche» wiederkommen würde.Der Herr Superintendent," versicherte er,hat eS mir gleich im Anfange gesagt, daß ich Euch zuweilen besuchen dürfe, wenn ich fleißig und brav sei, und das ist gar keine Kunst; denn ich brauche ja nur zu lernen, und das macht mir die größte Freude."

Konrad hielt Wort; nach vier Wochen war er wieder da, und diesmal brachte ihn die Muhme dahin, daß er den Herrn Pastor und den Herrn Schulmeister besuchte, wie es einem dankbaren Schüler ge­ziemt. Beide nahmen ihn ziemlich kalt auf, und der Schulmonarch meinte, indem er seine Augenbrauen dicht zusammenzog, und eine» spöt- tischen Ton in seine Worte legte, es ginge wohl mit der Musik recht munter vorwärts, worauf Konrad erröthend, aber mit freimüthigem Aus­blick erwiderte, er singe fleißig, und spiele noch fleißiger; aber es thue dem Herrn Cantor leid, daß er nicht schon früher angefangen, um seine Hände recht gelenkig und geschickt zu machen. Der Schulmeister brummte darauf etwas Unverständliches in den Bart, und Konrad meinte schließlich, er könne vielleicht mit gutem Willen manches Versäumte nachholen. Dieser berichtete seiner Muhme diese Unterredung wieder, und fügte hin­zu:Der Herr Cantor in Fellinghausen machte ei» langes Gesicht, als er hörte, daß ich »och gar keine» Musikunterricht gehabt, und sagte, da würde ich's wohl eben nicht weit darin bringen. Nun, Muhme, da wurde ich erst recht hitzig, und wo ich irgend eine Viertelstunde, noch lieber eine Stunde des Herrn Kantors Klavier leer fand, und ich ihm nicht lästig wurde mit meinem Gekliinper, da klimperte ich. Aber der Herr Cantor spielt selbst viel, und giebt auch Unterricht im Hause; da kam ich einmal zum Herrn Superintendenten, und mußte etwas warten, weil er Jemanden bei sich hatte; ich war indeß in der Vorstube, da steht Fräulein Emmas Klavier, sie spielte eben herrlich; sie sah mirs

1