ein daS Nahe, Anschauliche den Faden knüpfend, sie auch hinauf wies an den Sternenhimmel, um die Schrift besser zu verstehen, die Gattes Finger dorthin geschrieben. Bei all diesen Unterhaltungen, die Konrad einen großen Ruf von Gelehrsamkeit verschafften, lernte er selbst auch, vorzüglich die große Kunst, in jedem besondern Menschen zu lesen, ihn richtig anzufassen und zu lenken; ohne sie ist der Lehrer wenig.
Die Schulmcisterin ward Kourad gewogen, weil jetzt Alles so still und ordentlich zuging, weil die Kinder in Hof und Garten nichts mehr verdarben, und weil der junge Lehrer mit Allem zufrieden war, was sie
auf den Tisch brachte; der Schulmeister dagegen war ärgerlicher und
unleidlicher als je. „Habt Geduld, Gehülfe," sagte die Frau, „der Alte macht's nicht lange mehr!"
Konrad übte Geduld, der Alte indeß lebte fort.
Der Prediger war sehr erfreut über die neue Gestaltung der Schule, er ließ Konrad oft zu sich kommen und versorgte ihn mit mancherlei
Büchern. So verging der Winter und der Frühling schmückte auch
diese flache, einfache Gegend mit seinen immer neuen Reizen.
Konrad arbeitete oft mit Eifer und Vergnügen im Garten; er saß eines Abends ermüdet unter einem Apfelbaume, dessen röthliche Knospen sich allgemach öffneten; eine Wehmuth über sein Alleinsein, die sein rastloses Wirken selten aufkommen ließ, eine lebhafte Sehnsucht nach seinen fernen Lieben stieg in seinem Herzen auf, da zog die auffallende Erscheinung eines Mannes, den er auf der Landstraße in eifrigem Gespräche mit zwei Bäuerinnen daher kommen sah, seine Augen, seine ganze Aufmerksamkeit auf sich.
Er war nicht groß, aber von ebenmäßiger, schnellkräftiger Gestalt, seine Bewegungen hatten etwas Frisches; doch mußte er alt sein; denn unter seinem Hute quoll graues, sanft gelocktes Haar hervor; seine Haltung schien auf einen Geistlichen zu deuten, auch war seine Kleidung
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