Konrad schaute mit lleberraschung und Ehrfurcht auf diesen Mann, dessen Ruhm als Kanzelredner und apostelgleicher Seelsorger das deutsche Vaterland erfüllte, und faltete unwillkürlich seine in Erstaunen aufgehobenen Hände, als wolle er Gott danken.
,,Danken Sie Gott, ich will es auch thun," sagte der hohe Fremde, „es war dies eine schöne Stunde für uns, doch sie muß jetzt zu Ende gehen." Er stand auf und fuhr mit Feuer fort: „Sie sind ein Berufener, '»ein junger Freund, werden Sie ein Auserwählter! 11m es zu werden, wandeln Sie vor unserm Meister, halten Sie fest an ihm! Der Geist wird in Fülle über «sie kouimen, wird Sie erleuchten, daß Sie ihm nachfolge» in Wort und That!"
Konrad sah wie gelobend zu dem Bischof auf, der in der vollen Glorie eines Apostels vor ihm stand. Der hohe Mann öffnete seine Arme und zog ihn an seine Brust.
Dann wandte er sich zum Scheiden und sagte: „Halten Sie mich immer für Ihre» Freund, verspreche» Sie mir, sich an nüch zu wenden, wenn Sie mein bedürfen sollten!"
Konrad schlug in die dargebotene Hand des Geistlichen. „Noch Eins," sagte dieser, „werden Sie zu Höheren, gefordert, so folgen Sie dein Rufe! Will der Herr Ihnen mehr vertrauen, dann heiße es immer: Herr, hier bin ich!"
Ei» Wage» kam daher, der Bischof stieg ein und fuhr ab. Konrad sah ihm lange nach, setzte sich dann wieder unter den Apfelbaum, schwelgte in der Erinnerung des eben Erlebten, rief sich die Worte, die Erscheinung des Bischofs zurück, und konnte nur durch „unaussprechliche Seufzer" seinen Dank gegen Gott aussprechen. Er fühlte sich geweiht, seine Zukunft schien ihm entschiede», er wollte nicht stillstehen, sondern vorwärts schreiten, so weit Gott ihm helfen würde.
Noch einige Zeit verwaltete er mit größerer Freudigkeit sein Amt,
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