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Warum sind Sie unglücklich, Fräulein Hannchen?" fragte Konrad sanft und theilnehinend.

Sie fragen noch? Ach, es ist ein elendes Schicksal, ein vaterloses Stiefkind zu sein, Tyrannei und Ungerechtigkeit erleiden zu müssen."

Ja, das ist ein großes Uebel; aber er faßte freundlich ihre Hand, und sah ihr tief ins Auge - ei» solches, wie auf Ihnen lastet, wird erst durch Ungeduld und Widerstreben zu einen, Unglück."

Wie kann man aber Geduld mit einer solchen Behandlung haben? Freilich, Sie haben Geduld die habe ich oft bewundert, wenn Sie dem kleinen Benno Alles so oft wiederholen, so deutlich machen. Lehren Sie mich Geduld!" Sie sah ihn flehend durch Thränen an.

Liebes Hannchen," sagte er ernst und gerührt,von nur müssen Sie die nicht lernen wollen, ich bin selbst nur ein Stümper darin; aber es ist Einer, unser aller Lehrer und Meister, der alle Mühseligen und Beladenen ruft, der allen Von der Welt Geängsteten Frieden giebt; setzen Sie sich, wie Maria, zu seinen Füßen, lernen Sie von Ihm!"

Sie sah bei diesen feurigen Worten in tiefem Ernst vor sich nieder, und sagte dann entschlossen!Ich will es thun, helfen Sie mir ihn finden!"

Bon ganzem Herzen," rief Konrad, nahm die früheren Noten weg und legte ihr den Choral vor; Mir nach, spricht Christus, unser Held! Mit Kraft und Feuer fing sie an, ihn zu spielen, und schlug eben den Schlnßaccord an, als die Mutter eintrat mit dem Worte:Wir dürfen Sie nicht länger halten, Herr Weise, es schlägt eben! Hannchen, Du sollst mit mir ausgehen!" Von dieser Zeit an wurde Hannchen eine An­dere, ihre musikalische Ausbildung ging rasch vorwärts, noch besser die ihres innern Menschen. Es gab viele harte Känipfe, selbst Rückfälle, doch die junge Streiter!» war stark von Natur, sie wandte alle Kräfte, die sonst theils zum Widerstreben vergeudet waren, theils in Trägheit