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mit ihren schönen, sanften Augen dankbar zu Konrad auf. „Mein theurer Freund," sagte sie, „tausendfach haben Sie heute vergolten, was mein Vater und ich für Sie thun konnten!"
Konrad fuhr eifug mit dem Unterrichte des Kleinen fort, und benutzte dabei die Erfahrungen all der edeln Männer, die voll erbarmender Liebe den armen Gebundenen dieser Art eine Lösung zu bringen, einen Zugang zu der übrigen Menschheit zu öffnen gestrebt haben. Doch er blieb nicht beim Einzelnen stehen. Er machte seine Versuche und Erfolge bekannt, er bewirkte dadurch, daß anfangs eine Klaffe von taubstummen Kindern der Stadtschule angehängt wurde, zu welcher er die Lehrer heranbildete; auch seinen Freund Philipp Blau gewann er dafür, später als der Andrang sich mehrte, ward eine abgetrennte Anstalt daraus, welche die taubstummen Kinder ganz aufnahm, überwachte und ihren Unterricht besorgte. Alle diese Fäden hielt Konrad in seiner Hand; doch ihm sollte noch mehr gegeben werden.
Der Bischof Hellweg hatte sich aus seiner Amtswirksamkeit zurückgezogen, er reisete nicht mehr in seinem Gebiete umher, zu wecken, zu erleuchten und zu liebe», seine Kanzel trauerte verödet; er war alt geworden, schneeweißes Haar ringelte sich um sein edles Haupt, daS noch ungebeugt in der vollen Glorie hoher Jahre nach dem Himmel strebte, der bald sein Erbtheil werden mußte, er wollte sein thatenreiches Leben in stiller Beschaulichkeit und ländlichem Frieden beschließen — da trübten sich seine Augen, bald entschied sich's, daß ihm völlige Blindheit drohe.
Eine liebende Tochter, die ihn pflegte, wandte sich schriftlich an den berühmten Augenarzt einer ferne» Universitätsstadt, beschrieb nach ärztlicher Angabe das Uebel ihres ehrwürdigen Vaters, und bat um Rath und Hülfe. Der Arzt antwortete sogleich, verhieß Heilung durch Opc-

