ins Theater. Da hatte ich nicht den Muth, ihn um Erlaubniß zu bitte», er möge mich in seiner Stube schreiben lassen."

Die Alutter seufzte.Hole Deine Schreiberei hierher, Malwina," gebot sie dieser,und Du, Therese, schraube meine kleine Garnwinde an den Tisch, wickle diese verschiednen Gebinde etwas verwirrter, bunter Seide, und ordne sie dann i» diese Fächer!"

Die beiden Mädchen gehorchten, und eine Zeitlang herrschte Frieden, und die heitere Ruhe angenehmer Beschäftigung, dann gebot die Mutter. Malwina solle ihr vorspielen, sie sehne sich nach Musik,- diese beeilte sich, dem Befehle nachzukommen, doch sie war ermüdet, spielte schlaff, ja griff oft falsch jedesmal ein Dolchstoß für daö empfindliche Ohr der armen Marianne. Ging einmal einige Takte nach ihrem Wunsche, dann kam Therese mit einer ganz fremdartigen Frage dazwischen, warf etivaS auf die Erde, stieß an den Tisch, oder machte sonst ein Geräusch; es war nicht auszuhalten. Da wurde der Thee gebracht, die Alutter ließ sich von ihren Töchtern bedienen, und schickte sie dann in die Kin­derstube, mit ihren Geschwistern das Abendbrot zu essen. Heiteres Ge­spräch und Lachen tönte von dort herüber; aber diese Fröhlichkeit ihrer Kinder beglückte die Alutter nicht.Fern von mir sind sie am freiesten und frohesten," seufzte sie. Die drei Kleinen gingen zu Bett, die beiden Großen kamen zur Alutter zurück, und diese erzählte ihnen, daß vielleicht in kurzer Zeit zwei neue Menschen im Hause auftreten Ivürden. O, wie groß, wie strahlend wurden da die Augen der beiden Biädche»! Ihre Phantasie arbeitete gewaltig, und die Sache gewann noch an Wichtig­keit, da die Alutter sie ihnen als Geheimniß empfahl. Gern folgte» sie dem Befehle der Mutter, sich zur Ruhe zu legen, nun konnten sie desto ungestörter mit einander von den Hoffnungen plaudern, die sie an die beiden Neuanzukommenden knüpften.

In tiefer Erschöpfung, in noch tieferem Grame blieb Marianne

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