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„Alle Dämonen sind entfesselt," fuhr Agathe erschüttert fort, , alles Glück ist zerstört! aber wer trägt die Schuld?"
„Ich auch!" rief Jda, indem große Thränen ihren Augen entquollen, „ich auch, ich habe vieles Unrechts mich anzuklagen; ich habe eine tiefe Sehnsucht, eS wieder gut zu inachen; doch nur vereinte Kräfte können es."
„Aber daS Geschehene kann nicht ungeschehen gemacht werden, tief- genagte Eindrücke kann man nicht verlöschen!" seufzte Agathe.
„Gott läßt regnen über Gerechte und Ungerechte," fuhr Jda, fester und kühner werdend, fort, „er hat für alle die eisige Kraft des Winters gebrochen, er läßt seine Frühlingssonne aufgehen all überall, ein neues, himmlisches Leben hat er geschaffen, das Alte ist vergangen, Alles ist neu geworden ... Und hat nicht der/ ohne welchen wir nichts thun könne», gesagt: Wir sollen unserm Bruder, der an uns sündigt, nicht siebenmal vergeben, sondern siebenzigmal siebenmal! Sein Geist durch- dringt so unwiderstehlich jetzt die Natur, die Menschenherzen — sein Geist ist Liebe. Und die Liebe überwindet Alles!" ...
Jda war aufgestanden in der gewaltigen, ungewohnten Erregung, ihre Augen, obwohl mit Thränen kämpfend, leuchteten, sie streckte die Hände bittend nach Agathen auZ, der letzte volle Schein der Sonne, die sich eben hinter die Höhe senken wollte, fiel auf ihre zarte Gestalt, und vergoldete ihr blondes Haar zum Heiligenscheine. Wie verklärt, in unwiderstehlicher Anziehungskraft, stand sie vor der eben noch so abgeneigten Widersacherin...
Mit einem plötzlichen Entschlüsse, in Blitzesschnelle war diese an ihrer Seite, sah sie bewunderd an, und sagte feurig: „Jda, Sie sind besser als ich, Sie haben mich überwunden! Ja, Liebe kann Alles überwinden, sie kann das verlorene Vertrauen neu schaffen. Vertrauen ist Glaube. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! Ich will an

