219

Dich glauben, meine liebe, süße Jda, nicht fremden Einflüsterungen, nicht meinen eigenen Sinnen will ich soviel trauen, als Dir! Du sprichst mit der Stimme des Frühlings, mit der Stimme Gottes! Ja, Jda, meine Schwester, meine Freundin, wir wollen nnS lieben, wir wolle» zu­sammen wirken, den zerfallenden, der Zerstörung nahen Bau zusammen aufrichten,.

Jda schmiegte sich in tiefer, freudiger Rührung an die Begeisterte, umschlang sie zärtlich, und strömte in Liebkosungen, abgerissenen Worten der Liebe und des Gotteslobes ihre Wonne aus.

Aber," sagte Agathe eifrig, indem sie ihre Auge» trocknete, nnd sich rasch aufrichtete,jetzt muß Alles klar werden zwischen unS, wir müssen AlleS von der Seele weg reden, daß auch nicht das Ständchen eines Zweifels zwischen uns bleibe!"

Sollte so etwas noch nöthig sein?" meinte Jda,glauben wir nicht aneinander? Lieben wir uns nicht?"

Ja, ja, von ganzer Seele, von ganzem Herzen; aber soll unser Bund fest und dauernd sein, so müssen wir ihn auf reinem Grunde, auf Wahrheit bauen. Wir dürfen den Schmerz nicht scheuen, uns vor keiner Beschämung, vor keiner Verlegenheit fürchten, sonst ist die Heilung nicht vollständig."

Du hast Recht, Agathe, nun so muß ich anfangen, Dir zu beichten...

Ja wohl," rief Diese,warum wiesest Du mein gut und ehrlich gemeintes Anerbieten, Dich singen zu lehren, kalt und schnöde ab? Das war der Anfang unsrer Entzweiung!"

Jetzt kam Jda, stammelnd im Anfang und erbleichend, doch immer tapferer und festerer mit der Geschichte ihres unfreiwilligen Horchens am Wäschschranke, mit der auf sie geworfenen Schmach des CretimSmus, mit dem Klänge ihres Namens, der die Spitze ihrer Leiden bildete, her-