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vor; sie schonte sich nicht, sie bekannte sich zur Eitelkeit und Schwäche, doch sie malte zugleich ihre tiefe Kränkung, indeß in den mildesten Worten.
Agathe hörte mit der gespanntesten Aufmerksamkeit zu, am Ende - saß sie einen Augenblick wie erstarrt, dann schlug sie ihre Hände zusammen; „Arme Jda," rief sie, „welch ein verderbliches Mißverständniß! Alles ist vollkommen so, wie Du sagst; nur ist mir nie eingefallen, wie eS Niemandem mit gesunden Sinnen, mit richtiger Urtheilskraft einfallen kann, Dein liebes, frischblühendes, blondes Gesichtchen mit der grausen, bleichen Larve eines solchen Stiefkindes der Natur zu vergleichen. Diesen Mangel an Augenbrauen der Dich so kränkt, habe ich kaum bemerkt. Wenn das Auge flach liegt, so sucht man nach dem dunkeln Bogen darüber, der es vertieft; aber Deins blickt so tief und schüchtern hinter den Wimpern hervor, daß man nichts weiter wünscht, als darin zu lesen." —- Sie küßte Jdas Augen. — „Und der Name," fuhr sie heiterer fort, „den Du durch die Thüre schallen hörtest, war nicht der Deinige, sondern der einer Dienerin, Jtha, welche die Conrings in Salzburg gehabt, einer halben Cretine, von der die Kinder verschiedene komische Verwechselungen, Unbehülflichkeiten und verstümmelte Redensarten zu berichten hatten. Hättest Du einen Augenblick länger ausgehalten, Du würdest völlig enttäuscht worden sein. Aber nun begreife ich Alles. Gottlob, das wäre eine völlige Erledigung. Nun, mein Vagabund wird auch wohl in nichts zerfließen, wie so vieles Andere."
Mit raschen Zügen entwarf Agathe nun ein Bild jener Abendscene, in welcher sie eine Zuschauerin und Zuhörerin abgegeben hatte; sie verbarg weder die Verstimmung, in welche sie die sichtbare Liebe der Kinder für Jda versetzt, noch den Neid, den sie nicht hatte unterdrücken können, und rief darauf die Frage Pauls nach der Bedeutung des Wortes Vagabund, seine Anwendung auf ihren Vater, Jdas und der Kinder Lachen zurück.

