es galt ja, eine neue Himmelbraut dem Kloster zuzuführen. — Ich habe erst jetzt wieder Erkundigungen einzuziehen versucht, allein nichts konnte ich in Erfahrung bringen, als was ich schon wußte. Was soll ich nun thun?"
„Nichts," entgegnete Kotowsky mit Entschiedenheit, „als entweder ruhig das Unabänderliche ertragen, oder das abwarten, was noch kommen könnte, und wer weiß, was geschehen kann."
Kotowsky sprach weiter, mahnte seinen Freund zur möglichen Ruhe und Besonnenheit, da Stürmen ihm Loch nichts nütze. Er erwähnte auch wiederholt, daß das Klostergelübde zu fest binde, als daß es gebrochen werden könne, es bleibe da immer nur das Eine übrig, daß beide Theile sich in das Unabänderliche fügten: Barbara in ihr selbst gewähltes Loos, von dem man nicht wissen könne, ob sie sich nicht in demselben zufrieden und glücklich fühle; Constantin in den Gedanken an den Verlust des Mädchens.
„So meinst Du, daß Barbara in dem Kloster glücklich sein könnte?" fragte Soltyk fast unzufrieden.
Kotowsky entgegnete, daß man dieses allerdings nicht wissen könne, aber daß Alles und somit auch dieses möglich sei; er erwähnte ihm bekannte Beispiele, wo Klosterjungfrauen in ihrem Loose sich so beseligt gefühlt, daß sie durchaus keine Aenderung desselben gewünscht hätten, ja geradezu die Weigerung ausgesprochen, die stille Stätte ihres Glücks zu verlassen, und dieses seien nicht allein schon Bejahrte gewesen, die mit Welt und Leben die Rechnung abgeschlossen, sondern auch Jugendliche, die, wenn sie wieder in die Welt getreten, noch ein reiches Leben vor sich gehabt hätten. Darauf fußend deutete Kotowsky an, wie leicht möglich es sei, daß mit Barbara eine Aenderung vorgegangen und sie in deren Folge sich glücklich fühle.
„Ich kann es kaum glauben, daß dieses sein sollte," entgegnete da Soltyk. „Aber ich will mich überzeugen."
„Wie das?" fragte Kotowsky.
„Auf die einfachste Weise," erwiderte Soltyk. „Ich wohne morgen der Feierlichkeit in der Karmeliterkirche bei und Varbara's Benehmen soll mir Auskunft über diese Frage geben; ist sie ruhig und läßt Alles auf Glück schließen, so will ich mich mit dem Bewußtsein zurückziehen, daß sie sich mit ihrem Loose befreundet, findet sich aber eine Spur des Gegentheils, dann —"

