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Sie war bleich, ihr Gesicht zeigte die Spuren der durchwachten Nacht, das Auge war trübe und zeigte tiefe Schwermuth, ihre ganze Erscheinung batte etwas Gebrochenes. Sie war da ganz das Gegen- theil ihrer Gefährtin, welche mit ihr zugleich das Gelübde ablegen sollte, und die. wenig aufgeweckten Sinnes, mit einer gewissen Stumpf- heit der Ceremonie entgegen sah. Es war dieselbe freilich bedeutend älter als Barbara, und Mißmuth über fehlgcschlagene Hoffnungen, Aussichtslosigkeit für die Zukunft und die Erwartung, durch Eintritt in das Klosier Versorgung für ihre Lebenszeit zu finden, waren bei ihr, der Alternden, Beweggründe für das Gelübde gewesen.

Wieder klangen die Klosterglocken; sie kündeten die Ankunft des Bischofs, oer persönlich bei der Weihe der Himmelsbräute zugegen sein wollte. Der sich stärker erhebende Wind trug die Klänge über die Stadt hin und dazwischen rauschten die Wipfel der das Kloster umgebenden Bäume stärker.

Eine Anzahl Personen füllte als Zuschauer und Andächtige den für solche Zwecke bestimmten Raum der Kirche. Es ward gebetet, geflüstert und verstohlen flogen auch wohl neugierige Blicke umher, während die Rosenkränze zwischen den Fingern rollten und so der wohl bisweilen mit sehr weltlichen Gedanken beschäftigten Person den Schein eines eifrigen Beters geben sollten. Es erinnerte dieses an jene mongolische Gebetmaschine, deren Drehung für Gebet gelten muh, während der Sinn wohl mit sehr unheiligen Gedanken be­schäftigt ist.

Auf dem Hauptaltare wie auf den Seitenaltären flammten die Kerzen, das Düstere der Kirche in der nächsten Umgebung der Altäre schwach erhellend. Der mehr und mehr sich umziehende Himmel vermehrte mit seinem Schatten die Dunkelheit in der Kirche und ließ namentlich die Personen, welche ihren Platz zwischen den Pfeilern genommen, in dem Dunkel fast unkenntlich werden.

Abermals klangen die Glocken, den Beginn der Ceremonie ver­kündend. Der Bischof, gefolgt von einer Anzahl Geistlichen, nahte in seinem reichen von Gold funkelnden Meßgewands in feierlichem Zuge der Kirche, betrat sie und schritt nach dem Hochaltäre. Ihm folgten in feierlichem Zuge, die Kirchenfahne über den Häuptern schwenkend, die Nonnen, gehüllt in die langen, dunklen Kutten, die