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Gesichter mit Schleiern verdeckt, barfüßig, wie es die Ordensregel vorschrieb.
In der Mitte des Zuges befanden sich die beiden Novizinnen, denen die ganze Feierlichkeit galt, schon im Nonnengewande, aber zum Zeichen des Novizenthums auf den Häuptern weiße Schleier, unter welchen noch die Haare herabwallten.
Die eine der Novizinnen schritt fest und sicher vor und ihre Haltung war dabei völlig gleichgiltig, aber ihre Gefährtin Barbara schwankte bisweilen, sie zögerte wohl auch und ward dann jedesmal von den Nonnen, die ihr zur Seite sich befanden, ungestüm vorwärts gedrängt.
Während des Zuges tönte ein frommer Gesang durch die Räume der Kirche.
Jetzt betrat der Bischof die Stufen des Altars und winkte den Novizinnen, heranzutrcten und auf den Stufen des Altars nieder- zuknieen.
Die erste Novizin gehorchte ohne Zögern, sie trat vor und sank auf die Kniee nieder, aber Barbara schien plötzlich auf's Neue von dem Geiste des Widerstandes ergriffen zu sein, denn wie von einer unwiderstehlichen Gewalt gedrängt, wich sie ein Paar Schritte zurück, statt vorwärts zu treten.
„Ich kann nicht, ich kann nicht!" entschlüpfte es ihren Lippen halblaut.
„Unsinnige, was beginnst Du!" raunte ihr eine Begleiterin zu.
Sie gab zugleich ihrer Gefährtin einen Wink und während die anderen Nonnen sich schnell um sie schaarten, um den Anblick der sich Sträubenden der Versammlung zu entziehen, ergriffen jene Zwei Barbara und zogen die fast Zusammenbrechende dem Altäre zu.
Gleichzeitig drängte sich aber auch der Pater Ignatius herzu, der sich im Gefolge des Bischofs befand, und flüsterte der Widerstrebenden hastig zu:
„Gedenke, was ich Dir sagte und was Du versprachst!"
Dunkle Rothe überflog für einen Moment der Novize Gesicht, sie zuckte zusammen, aber ihr Widerstand war doch gebrochen und willenlos sank sie auf den Stufen des Altars neben ihrer Gefährtin auf die Kniee.

