damit ihm kein Wort entschlüpfe, welches irgend einen Zuhörer hätte darauf aufmerksam machen können, es sei hier nicht Alles freier Wille.
Nachdem die Predigt geendet, fragte der Bischof mit gehobener Stimme die Novizinnen:
„Meine Töchter, seid Ihr willens, das Gelübde abzulegen und dadurch als Glieder dem heiligen Orden unserer lieben Frau vom Berge Karmel anzugehören?"
„Ja!" rief die Gefährtin Barbara's mit rascher und lauter Stimme.
Aber Barbara zögerte einen Augenblick, wenn sie ihre Zustimmung aussprach, so sagte sie zugleich eine schwere Lüge, weigerte sie sich, das entscheidende Wort zu sagen, so hatte sie von Denen, die sie umringten, das Schlimmste zu fürchten. Es war ihr angedroht und sie wußte, es blieb dann nicht blos bei Worten, es folgten dann auch Thaten.
Diese Gedanken waren so mächtig, daß sich Barbara entschloß, lieber eine Unwahrheit zu sagen, und mit einem scheuen Seitenblicke auf ihre sie aufmerksam beobachtende Umgebung flüsterte sie mit bebender Stimme:
„Ja!"
Der Bischof und sein Gefolge lächelte befriedigt, und hätten die Schleier nicht die Gesichter der Nonnen verdeckt, so würde man auch auf ihren Zügen den Ausdruck des Triumphes bemerkt haben.
Nun begann die Abnahme der Eidesformel.
Mit bebender, oft kaum hörbarer Stimme flüsterte Barbara die ihr vorgesagte Eidesformel nach:
„Im Namen Jesus Christus. Amen! Ich, Barbara Ubryk, verspreche hiermit im Namen des allmächtigen Gottes, der seligsten Jungfrau Maria, unserer allerheiligsten Ordensmutter, des heiligen Ordensstifters Elias und aller Heiligen kraft dieses, daß ich beständig hier wohnen, mein Leben bessern und nach den Regeln des heiligen Elias den Gehorsam halten werde, daß ich keusch, arm und nur dem Dienste Gottes und der allerheiligsten Jungfrau Maria leben will. Dieses gelobe ich vor Gott, der glorwürdigsten Mutter Maria und allen Heiligen, deren ehrwürdige Reste sich in.dieser Kirche befinden, dann in Gegenwart des hochwürdigsten Bischofs, der hochwürdigsten Aebtissin dieses Klosters und des gesummten ehrwürdigen Convents

