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sehen und zu hören, doch Kotowsky hielt ihn zurück, ihm leise mahnende Worte zuflüsternd. — Er muhte sich dem Freunde fügen.
Ehe sich Soltyk noch von dem mahnenden Freunde losmachen konnte, theilte sich schon der Kreis der Nonnen und die beiden Jungfrauen knieten am Altäre.
Soltyk's Unruhe war von den Umstehenden schon bemerkt worden, es richteten sich Blicke auf ihn, Kotowsky, der dieses sah, warnte mit leiser Stimme wiederholt, kein Aufsehen zu machen und Soltyk hielt nach Kräften an sich.
Endlich kam die Eidesleistung, Soltyk hörte die zitternde Stimme Barbara's, mit welcher sie die Worte nachsprach, die sie aus immer an das Kloster fesseln sollten, aber er konnte die Worte nicht immer verstehen. Er zitterte leise vor innerer Erregung, eine Ueberzeugung stand in ihm fest: Barbara leistete den Eid nicht freiwillig, nicht aus voller Ueberzeugung des Herzens. Deshalb flüsterte er auch seinem Freunde zu:
„Barbara ist nicht glücklich! Hier herrscht Zwang vor! Fluch!"
Kotowsky mahnte zur Ruhe.
Jetzt klang der Donuerschlag über der Kirche und Soltyk fuhr auf.
„Der Himmel selbst zürnt über dieses Opfer!" grollte er. die Fäuste ballend, „hörst Du seine Stimme!"
„Der würdige Bischof legt diesen Ton anders aus," flüsterte Kotowsky.
„Wie es in seinen Kram paßt!" grollte der Student aufgeregt. „O, daß ich meine Stimme erheben und es in jedes Ohr schreien könnte: hier ist ein unfreiwilliges Opfer gebracht!"
Kotowsky legte seine Hand auf den Mund des Freundes und leise flüsternd bat er ihn dringend, sich zu beruhigen und sich und ihn nicht in Verlegenheit zu bringen. — Soltyk sah selbst, daß er hier nichts nützen könne, daß er, entschlüpfte ihm ein lautes, unvorsichtiges Wort, nur sich selbst und wohl auch Barbara schaden könnte. Kochend vor innerem Zorn, zähneknirrschend in Wuth und Schmerz zog er sich noch mehr in den Schatten zurück.
Von hier aus sah er die Locken Barbara's fallen, sah auf Momente das bleiche, abgespannte Gesicht derselben und unwillkürlich drang ein Seufzer aus seiner Brust. Es war ihm so schmerzlich, so weh, er vermochte es nicht auszusprechen.

