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„Du meinst doch nicht, daß jenes Mädchen sein Gelübde brechen und das Kloster verlassen soll?"
„Weshalb nicht? Wenn sie nur will, so will ich diesen Zweck mit voller Kraft anstreben."
„Wie willst Du denn dieses erfahren?"
„Wäre es denn das erste Mal, daß eine Verbindung zwischen Welt und Kloster stattsindet?"
„Wahrhaftig nein," entgegnete Kotowsky, „selbst in gleichsam luft- und wasserdicht verschlossene Klöster sind schon Weltkinder gedrungen. Aber die Sache bleibt doch gefährlich, vielleicht weniger für den Eingedrungenen, als für die Person, welcher das Eindringen galt. Kennst Du die Worte: Klosterrache und Klosterstrafe?"
Constantin gestand, daß er von Beiden wirklich haarsträubende Dinge erfahren habe, und es schon über genug sei, wenn sich nur die Hälfte dessen, was man sich erzähle, als Wahrheit herausstelle.
„Eben deshalb darf man keine Unbesonnenheit begehen," warnte Kotowsky.
Constantin erklärte, daß er seinen Plan zwar nicht aufgeben werde und könne, da er von diesem Augenblicke an den festen Entschluß gefaßt, Alles anzuwenden, sich mit Barbara in Einvernchnren zu setzen, daß er aber dabei mit höchster Vorsicht verfahren wolle, wie es schon seine eigene und vor Allem Barbara's Sicherheit verlange. Er fragte seinen Freund zugleich, ob er ihn dabei mit Rath und That unterstützen wolle.
„Du kennst mich, Constantin," entgegnete Kotowsky, dem Freunde die Hand reichend.
Leise, aber eifrig sprechend, verließen die Freunde die Umgebung des Klosters.

