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Dann war Barbara mit ihren Eltern und ihrer Schwester nach Warschau gezogen, sie hatte hier die blutigen Kämpfe mit gesehen, durch welche Paskewiecz endlich die Hauptstadt des empörten Polen bezwang. Sie war damals 13 Jahre gewesen, aber sie erinnerte sich noch lebhaft der Scenen, welche sie damals erlebt hatte.
Jahr auf Jahr war vorübergerollt, Barbara war zur Jungfrau aufgeblüht und hatte sich wohl manches Mal zu einer gewissen religiösen Schwärmerei hingeneigt, vorzüglich durch den Einfluß eines Geistlichen, der in der Anstalt, wo sie ihre Erziehung erhielt, eine Lehrerstelle bekleidete. Doch hatte sich das Mädchen von diesen Anwandlungen immer wieder schnell losgemacht, der weltliche Sinn brach sich mehr und mehr Bahn und dieses am Vollständigsten, als sie aus jener Anstalt schied, wo solcher Art auf die Herzen der Schülerinnen gewirkt wurde.
Gar fröhlich lächelte der blühenden Jungfrau das Leben, sie war heiter und sorgenlos, sie pflückte die Blumen, wo sie blühten, und erfreute sich an deren Duft. Sie war glücklich im Genüsse der Freundschaft und dachte an nichts weniger, als sich von dem fröhlichen Genüsse der schönen Welt gänzlich abzuschließen, obwohl es nicht so ganz an Lockungen dazu fehlte; denn jener Mann, der schon früher in religiöser Hinsicht auf sie Einwirkung versucht, näherte sich seiner ehemaligen Schülerin immer wieder und ließ manche Andeutungen von der Heiligkeit und der stillen Wonne des Klosterlebens fallen, und diese Andeutungen gingen auch dahin, wie wohl Barbara thun würde, wenn sie sich zu dem Schritte entschließe, den Freuden der Welt zu entsagen, um dafür die Freuden des Himmels zu ernten.
Wie es schien, wären Barbara's Eltern auch nicht abgeneigt gewesen, eine ihrer Töchter als Klosterjungfrau und dieselbe wohl auch in höheren kirchlichen Ehrenstellen zu sehen, und sie würden ihre Einwilligung gegeben haben; doch Barbara empfand in sich keinen Beruf dazu, und nur auf Stunden, höchstens auf Tage konnten jene Zuflüsterungen so vielen Eindruck machen, daß sie sich mit dem Gedanken an das Klosterleben beschäftigte.
Da wollte es der Zufall, daß sie eine Reise nach ihrem Geburtsort Wangrow machte, um Verwandte in der Gegend zu besuchen. Ein Ball war auf einem Nachbarschlosse von Wangrow und Barbara war dazu geladen; hier war es, wo sie zuerst das Gefühl der Liebe

