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Fleisch nicht zu überwinden vermag, sondern von der Weltlust be­fangen, den Einflüsterungen des Tewels noch Raum giebt."

Darauf zu Iosepha hingewendet, hielt sie derselben eine strenge Strafrede, darauf hinweisend, daß sie auch schon früher durch ihren geringen Eifer in der Erfüllung ihrer Pflichten Anlaß zur Unzufrieden­heit gegeben und sich bereits Strafen zugezogen habe, und ihr des­halb, weil die ersten Strafen noch nicht hinreichend gewirkt hatten, nun mit Verschärfung zuerkannt werden müßten.

Blos durch Züchtigungen kannst Du von dem Wege des Ver­derbens gerettet werden," rief die Priorin schließlich voll heiligen Eifers.

Iosepha hatte die Strafrede der Priorin gesenkten Hauptes und die Hände gefaltet in sehr demüthiger Stellung angehört, sie erwiderte nichts, sie vertheidigte sich nicht, denn sie wußte ja, daß eine Ver- theidigung ihr nichts Helsen konnte, daß der Wille der Oberin un­erschütterlich war, und das. was sie einmal gesprochen, ausgeführt werden mußte und auch wurde.

Barbara sah bangen Herzens auf die Verurtheilte, für welche sie ein böses Schicksal ahnte, wenn gleich sie noch nicht wußte, welcher Art das Urtheil sein würde. Iosepha flößte ihr Theilnahme ein, sie ahnte, daß dieselbe wohl ganz, in einer der ihren ähnlichen Lage sich befinden möge, und deshalb fühlte sie sich zu ihr hingezogen, während sie auf Schwester Crescentia, die hartsinnige Anklägerin, mit einem Gefühl des Widerwillens blickte.

Auf einen Wink der Priorin verließen die Nonnen das Ebor, die Schuldige in der Mitte. Die Priorin schritt voran durch den Zellengang, die Treppe hinab und öffnete die Thüre eines Gewölbes.

Die Nonnen traten ein; es war die Geißelkammer, ein Ort des Schreckens für die Himmelsbräute, von denen hier schon manche durch äußeren Zwang gewaltsam zum angeblichen Frommsein gezwungen ward.

Es war ein niedriges, düsteres Gewölbe mit einigen Pfeilern, welche die Wölbung trugen. Auf einer Tafel lagen verschiedene Züchtigungsinstrumente, die auch zur freiwilligen Easteiung des Fleisches von eifrigen und für ihr Seelenheil besorgten Himmelsbräuten benutzt wurden; gab es doch auch fanatische Seelen hier, die der Meinung waren, es sei ein verdienstliches Werk, wenn sie ihrem Körper recht viele Schmerzen freiwillig zufügten, dadurch würden Sünden abgebüßt und sie errängen dadurch auf der Himmelsleiter