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ein Paar Sprossen mehr. — Hier lagen Geißeln von verschiedener Größe und Form, einschwänzig und dreischwänzig, mit einfachen und mit geflochtenen Riemen, ähnlich der russischen Knute oder der berüchtigten englischen Katze. Ferner befanden sich hier Kronen mit Stacheln besetzt, bestimmt, der Sünderin auf das Haupt gedrückt zu werden, Gürtel, auf gleiche Weise in der inneren Seite gespickt, und ähnliche Dinge mehr, welche dem ganzen Raum eine Aehnlichkeit mit einer Folterkammer gaben. In den Wänden waren einige eiserne Ringe eingemauert, deren Zweck wohl sein mochte, Widerspenstige an ihnen zu festeln und dann entweder so die Züchtigung an ihnen zu vollziehen, oder sie vielleicht einige Stunden, wo nicht noch länger, gefestelt stehen zu lassen, Alles zur Ehre Gottes und der Heiligen.
An den Wänden waren Zeichen der Vergänglichkeit des Irdischen befestigt, Todtenfchädel und Gebeine, auch ein ziemlich rohes Bild fand sich vor, die Qualen der Seelen im Fegefeuer darstellend, natürlich dem Orte entsprechend mit einer haarsträubenden Phantasie.
Die Priorin winkte der schuldigen Ordensschwester und diese trat mit unsicheren Schritten vor, bange ob des Urtheilsspruches, der nun erfolgen mußte.
„Schwester Iosepha," sprach die Priorin nach kurzer Einleitung, „Du hast frühere Züchtigungen nicht als Warnung für Dich benutzt, sondern Dich auf's Neue Vergehungen schuldig gemacht, und Dein Heil erfordert, daß Dein widerspenstiges Fleisch neuen Strafen unterworfen werde, damit es für die Zukunft gehorsam gemacht, der eitlen Weltlust nicht mehr nachhängt, den Frommen zur Aergerniß, den Heiligen zur Schmach. — Aber noch einmal will ich Milde gegen Dich vorherrschen lassen und nur zwölf Hiebe sollst Du erhalten."
„Domina," begann die Verurtheilte mit einem zornig zitternden Tone, „ich erkenne diese Strafe nicht —"
„Still," unterbrach sie gebieterisch die Priorin, „zügele Deine Zunge, damit ich nicht gezwungen werde, Deine Strafe zu verschärfen."
„Ja, ich verfiel der Gewalt," murmelte Iosepha.
„Des bösen Feindes," fiel ihr die Priorin wieder in das Wort. „Nimm deshalb freudig die Strafe hin, welche Dich aus dieser Gewalt zu retten bestimmt ist, und bitte die Heiligen, daß sie den Er- folg segnen."

