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Es war ein Martergürtel, welcher Derjenigen, die ihn zu tragen verurtheilt war, nicht gestattete, stch niederzulegen oder auch nur stärkere Bewegungen und Körperbeugungen zu machen, weil dann sogleich die Spitzen der Nägel und Nadeln die Haut ritzten.

Nach der Anlegung des Gürtels ward Josepha wieder bekleidet, um nun ein Paar Tage fortgesetzte Qual auszustehen und den Schlaf zu entbehren, der mit diesem Marterinstrument an dem Körper natür­lich nur für Augenblicke möglich sein konnte. ,

Nun wandte sich die Priorin zu Barbara und sagte mit strengem Tone:Schwester Barbara, Du bist jetzt Zeugin gewesen, wie Un­gehorsam, Pflichtvernachlässigung und Lauheit, sowie die Raum- gebung an weltliche Gedanken gezüchtigt werden zum eigenen Heile Derer, die also gesündigt, und um die Heiligen zu versöhnen, die durch solche Vergehen beleidigt sein müssen. Auch zu Dir tritt noch der Versucher der Weltlichkeit und sucht Dein schwaches Herz von dem wahren Pfade des Heiles abzuführen in das Verderben. Gieb auf Dich Acht, kämpfe mit Gebet gegen den bösen Feind, auf daß seine Lockungen Dich nicht auch reif machen für die Züchtigungen, womit das Kloster säumige Glieder auf den rechten Weg zurückführen muß. Du bist gewarnt, wache und bete!"

Barbara bebte bei dieser Ansprache, denn sie schien ihr Unheil verkündend, aber zugleich war sie sehr ernst warnend, und ein Blick auf die Tafel zeigte ihr deutlich genug, welche Art von Strafen man hier verhängen konnte. Die Gemahnte zog sich betroffen und schwei­gend mehr in den Hintergrund zurück.