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Allein das Paar sollte doch auch inne werden, daß selbst das Heimlichste verrathen werden kann; es gab auch in dem Schlosse des Grafen aufmerksame Augen und Ohren, welche das, was sie sahen und hörten, zu deuten wußten und dann die gewonnenen Resultate weiter verfolgten, um für ihre Deutungen auch Gewißheit zu haben. Einmal auf der Fährte, lauschten Jene weiter und so wurden die geheimen Zusammenkünfte des Paares entdeckt, ohne daß dasselbe es ahnte.
Die Entdecker wurden nun auch Verräther in der Hoffnung auf gute Belohnung oder doch Belobung für den Diensteifer, den sie bewiesen. Sie enthüllten den Eltern von Stanislaus und der Gräfin Maria Alles. Der alte Graf lächelte anfangs, er meinte, daß sei bei der Jugend nun einmal so Brauch. Stanislaus verfolge eine adelige Passion und wolle sein Vergnügen haben, und das möge er schon genießen, ein Ernst sei bei der Sache nicht zu fürchten, denn Stanislaus sei sein Sohn, sei Graf, wisse, was er seinem Stande schuldig wäre, und nehme das Mädchen die Sache ernster, so sei es eben sein Schaden, es möge sich dann trösten, wie es wolle und könne.
Aber die Mutter nahm die Sache schon ernster als der Vater, der zu seiner Zeit selbst genug solche Abenteuer gefeiert und da den eignen Maßstab auch an feinen Sohn legte, eine noble Tändelei, ohne eine andere Absicht dabei, als ein romantisches Abenteuer zu feiern, ein Vergnügen, dessen Folgen man für den Nothfall mit einer Summe Geldes vertuschen konnte.
Anders die Gräfin. — Sie war aus einem alten, angesehenen Hause, voll Adelstolz, strengen und harten Sinnes und dabei eine Tugendheldin, welche in jeder Verbindung ihres Sohnes unter ihrem Stande, selbst wenn diese Verbindung nur ein vorübergehendes Vergnügen zum Zweck hatte,' eine Entwürdigung ihres Adels sah; deshalb war sie nicht wenig über Stanislaus aufgebracht und noch mehr gegen Jofepha. Hätte sich Stanislaus in ein Derhältniß mit einem adeligen Fräulein eingelassen, sei es wer es wolle, und sei es auch nur zum bloßen Zeitvertreib, die Dame würde es sehr entschuldbar gefunden haben trotz ihrer Tugendstrenge, war es doch ein Mädchen von Adel, aber hier galt es ihr förmlich als Verbrechen.
„Ein hübsches Gesicht fragt man nicht gleich nach dem Stammbaume," hatte der Graf, seinen Sohn entschuldigend, Machend gesagt.
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