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Allein da war er bei der Gemahlin nicht zum Vesten angekommen.
„Wie kannst Du nur so sprechen," hatte die Gräfin ihm zugerufen. „Du vergißt ganz, was Du Deinem Namen, Deinem Wappen, Deinen Ahnen schuldig bist. Der Adel soll sich nur zum Adel halten, die andern Leute sind nur da, um uns zu dienen."
Eben so hart nahm Gräfin Maria die ihr verrathene Geschichte von dem Abenteuer ihres Bruders mit ihrer Dienerin auf. Sie war ganz von der Mutter Sinnesart und fand es empörend, daß Stanislaus ein Verhältniß mit Jemanden eingehen konnte, der weder Wappen noch Ahnen aufzuzeigen hatte, noch empörender aber, daß seine Augen gerade auf Josepha gefallen waren, wodurch derselben der Preis einer Schönheit zuerkannt war, auf die sie neidischen Gefühls blickte und die sie daher auch nicht anerkennen wollte.
„Wie ungräflich, wie abgeschmackt, sich gerade mit einem solchen faden und jämmerlichen Geschöpfe einzulassen," sagte sie, die Nase rümpfend. „Ich wollte meinem Bruder die Sache noch verzeihen, aber sich mit solch einem Geschöpfe einzulassen, daß ist unverzeihlich."
Mutter und Tochter waren nun im Bündnisse und Beide bearbeiteten den Alles so leicht nehmenden Vater so lange, bis sie ihn auch in Zorn hineingeredet hatten, so daß er bei seinem Grafenwort erklärte, die Sache nicht dulden zu wollen, sondern durch ein Machtwort dem ganzen Roman ein Ende zu machen, der dem alten Namen keinen Ruhm bringe.
Von Stunde an mußte es vorerst Josepha empfinden, daß das Verhältniß entdeckt sei und sie sich dadurch mit dem Zorne der gräflichen Familie belastet habe. Sie ward von Maria mit noch mehr Härte und selbst mit Verachtung behandelt; es fielen Worte gegen sie, die ihr alles Blut aus den Wangen trieben, denn sie fühlte jetzt, daß ihr Geheimniß entdeckt sei. Wer es verrathen haben könnte, sie wußte es nicht, sie konnte es nicht denken.
Aber sie fühlte es, nun war die Zeit der Kämpfe erschienen und mit schreckenerregendem Lichte stand ihr nun die ganze Schwierigkeit ihrer Lage vor Augen.
Unterdessen hatte auch der alte Graf sein Wort gehalten; er hatte Stanislaus vorgenommen und ihn mit Vorwürfen überhäuft wegen seiner unbegreiflichen Passion für das Kammermädchen Maria's;

