Achtes Kapitel.
Aufgestachelte Eifersucht.
In dem Kruge war. die sonntägliche Lustbarkeit in vollem Gange. Der Krüger und seine Leute hatten alle Hände voll zu thun, um die Branntweingläser der zahlreich versammelten Gäste zu füllen, und diese Gläser waren oft noch schneller wieder leer, als man ste gefüllt hatte. Nur einige Wenige, die sich zu der bevorzugten Klasse rechneten, hatten Bierkrüge vor sich stehen.
Die Gesellschaft war sehr gemischt; es waren die Bewohner des Dorfes, alte und junge Bauern und Knechte, ein Paar Handwerks- leute, wie sie sich eben in dem Orte finden ließen, und desgleichen Händler, von denen Einige sich, dem Aeußern nach zu schließen, eines besseren Wohlstandes erfreuen mochten, als ihre Gesellschafter. Dann zeigten sich noch die Dienerschaft des Grafen Golchowsky, kennbar an der Livree, und mehrere Beamte des gräflichen Gutes. Vervollständigt ward die bunte Menge noch durch junge Frauen und Mädchen, die an den Armen der Männer und Burschen sich im Tanze drehten nach dem Klange einer Musik, die so gut war, wie man sie überhaupt aus einem polnischen Dorfe finden kann.
Ein Theil des weiten Tanzraumes war durch einen Verschlag abgesondert und für bevorzugte Gäste bestimmt. In der That saßen dort auch ein Paar besser gekleidete Männer, die sich flüsternd unterhielten und dabei durch die offene Tbüre bisweilen Blicke über die dort draußen sich bewegende Menge gleiten ließen.
Ignatius hatte diese Männer mit einem kurzen aber forschenden Blick angeschaut und dann war er in den Verschlag getreten, sich abseits von den Männern auf eine Bank setzend. Er that als ob er sehr ermüdct sei und lehnte sich wie theilnahmlos an Allem an die Wand zurück, offenbar nur bedacht, seiner Ruhe zu pflegen.

