119
nun auch seinerseits den Gegner. Er war ein junger, kräftiger Mann und die Angst vor dem Widersacher ließ ihn seine ganzen Kräfte anspannen, um sich zu retten.
Ein kurzes, aber wüthendes Ringen entstand zwischen den beiden Gegnern, ein Jeder suchte den Anderen niederzuwerfen. Michael fluchte und tobte dabei, Eustachius, der seine Kräfte schwinden fühlte gegenüber der gewaltigen Kraft seines Gegners, begann um Hilfe zu rufen.
Ein Paar Secunden später lag er aber auch schon, niedergeworfen von dem rüstigeren Gegner, auf der Erde und Michael kniete auf ihm.
Da besann sich erst Eustachius, daß er unter der Kutte ein Messer trug; es gelang ihm, dasselbe hervorzuziehen und er versuchte einen Stoß nach dem Gegner zu führen. Michael sah das Messer im Mondenscheine blinken und griff noch zur rechten Zeit nach des Paters Arm, ihn festhaltend und dann ihm eben so rasch das Messer entreißend.
Einen Augenblick später stieß der Pater einen furchtbaren Schrei aus, die Hände, die bisher den Gegner festgehalten und ihn von sich zu schleudern versucht, krampften sich noch einmal zusammen, als wollten sie die gepackten Glieder zermalmen, dann aber ließen sie los und sanken matt herab. — Michael's Hand aber war mit Blut überspritzt, denn er hatte das dem Mönche entrissene Messer ihm in den Hals gestoßen.
„Du sollst genug haben und kein Mädchen mehr verführen, Spitzbube," grollte dabei der Wüthende.
Und wieder und wieder stieß Michael seinem zuckenden Opfer das Messer in Hals und Brust.
Ein dumpfes Röcheln rang sich aus des Mönches zerrissener Brust, seine Glieder zuckten noch krampfhaft umher, in letzter Lebenskraft suchte sich der Körper aufzubäumen, den wüthenden Gegner abzuschütteln, aber dieser fuhr in seinen Messerstößen fort, so lange noch eine Spur von Leben in dem Opfer zu sein schien.
Zähneknirschend vor Wuth kniete Michael neben dem Opfer seiner rasenden Eifersucht und stieß nochmals das bluttriefende Messer in dessen Brust, mit wildem Tone ausrufend:
„Hund, nun hast Du wohl genug!"
Michael schien sinnlos vor Wuth.

