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Michael ward wieder allein gelassen in seinem Kerker. Er war düster, niedergeschlagen, denn die Aussicht, dem Gerichte in der Stadt überliefert zu werden, hatte für ihn gar nichts Erfreuliches, es gab Vieles daselbst, was ihn bei der bloßen Erinnerung schon in Schrecken setzte. Ein Derhörrichter, der sich nichts entschlüpfen ließ, was er einmal in den Händen hatte, und von dem man sagte: Verurtheilen mache ihm Vergnügen, Begnadigen Herzeleid; ferner gab es dort einen Kerker, dessen klafterdicke Mauern und armdicke Eisengitter noch Niemand durchbrochen hatte.

Der Gefangene dachte an Flucht, denn es galt ja, sein Leben zu retten, welches er als verloren betrachten mußte, wenn er den Händen jenes Gerichtes überliefert war.

Wie aber sollte er hier entkommen? Die Mauern seines Kerkers waren zwar nicht sonderlich dick und vor Alter auch ziemlich morsch, und auch das Fenstergitter hätte einem kräftigen Arme gewiß nicht lange widerstanden, wenn es ernstlich angegriffen wurde, allein dieses Fenster verdiente solchen Namen gar nicht, es war mehr ein Luftloch, durch welches sich kaum ein schmächtiger Knabe hätte drängen können, viel weniger aber ein erwachsener Mann, dessen Hände obendrein ge­fesselt waren.

Michael lauschte an der Thüre. Da draußen gab es zeitweise einiges Geräusch und dieses überzeugte ihn, daß man ihn von Außen auch bewache, um ein Entkommen gänzlich unmöglich zu machen. So war ihm der Weg durch das Fenster wie durch die Thüre auf gleiche Weise abgeschnitten. Für Michael war dieses eine Lage zum Verzweifeln.

Marinka, Marinka, Alles wegen Dir! Wegen Dir bin ich in's Unglück gekommen! O, wärst Du jetzt hier, ich könnte Dich erwürgen, und wäre der höllische Kuttenmann lebend noch hier, ich könnte ihn noch ein Mal, könnte ihn noch zehn Mal umbringen."

Also murmelte Michael, die Fäuste ballend, zähneknirschend vor sich hin. Es wallte heiß zu seinem Herzen auf. der Haß schwoll und er klagte wiederholt das Mädchen an, daß es allein die Ursache sei, durch welche er in solche üble Lage gekommen.

In dem Kerker ward es sinster und recht deutlich empfand er da den Unterschied zwischen gestern und heute. Gestern noch hatte er ja im Kreise seiner lustigen Gesellen in dem Kruge getollt, war