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„Gieb Dich zur Ruhe, Bursche," sagte er sehr ernst, „es könnte sonst zu Deinem Schaden außschlagen. Man geht nicht in die Höhle des Raubthiers, ohne zum Schutz und Trutz gerüstet zu sein."
Michael wich scheu ein Paar Schritte zurück, er konnte den durchbohrenden Blick des Fremden nicht aushalten und murmelte voll Ingrimm einige Flüche zwischen den Zähnen.
„Höre nur weiter," begann nun der Fremde wieder. „Warum ist Blut auf den Kleidern, die Du gestern trugst? Weshalb sind sie zum Theil durchnäßt? Weshalb sind Deine Stiefeln so naß, daß Du sie wohl heute noch nicht anziehen könntest? — Weshalb zeigen sie Spuren von Schlamm. Und endlich, weshalb gehen Spuren durch den Wald nach dem sumpfigen Weiher?"
Michael wich jetzt noch weiter zurück; dieser Mann ward ihm nicht nur furchtbar, sondern auch unheimlich, als sähe er einen bösen Geist vor sich.
„Also," sprach der Mann gelassen weiter, „also siehst Du, daß so viele Beweise gegen Dich vorliegen, daß Dein Geständniß gar nicht nöthig ist, um Dich zu verurtheilen, und Dein Geständniß hast Du thatsächlich schon zwei Mal abgelegt. Du bist verurtheilt!"
Diese letzten Worte rief der Fremde mit so furchtbarem Tone, daß Michael entsetzt bis an die Mauer zurücktaumelte.
„Verloren, verloren!" stöhnte er deshalb unbewußt.
„Halt," rief da der Fremde, jetzt gestehst Du es zum dritten Male, daß Du das Verbrechen begangen hast! Weil Du siehst, daß Du gegen diese Masse der gegen Dich Zeugenden nichts einwenden kannst, fühlst Du Dich verloren. Du bist es auch! Also sprich nur vollends aus: Du hast den Vater Eustachius erschlagen?
„Ja." stieß Michael hervor.
Dieses die Entscheidung gebende, so kleine und doch so gewichtige Wörtchen schien dem Gefangenen halb unbewußt entflohen zu sein, aber doch mußte er dann auch wieder das ganze Gewicht dieses Zugeständnisses fühlen, denn er schauerte angstvoll zusammen.
Ein zufriedenes Lächeln überflog das Gesicht des Fremden, er erhob sich langsam von seinem Sitze und wandte sich zu dem Gefangenen. Dieser hatte sich der Wand zugekehrt, er hatte seine glühende Stirn an die kalte Mauer gedrückt und man sah, wie der Körper bebte.

