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Mußte er doch beben unter dem Gefühle seines Schuldbewußtseins, unter der Gewißheit, daß ihn nun kein Leugnen mehr retten konnte. Er sah den Abgrund vor sich geöffnet, der ihn im nächsten Augenblicke schon verschlingen konnte.
„Marinka!" stöhnte er aus gepreßtem Herzen.
Es entstand eine lange Pause.
Endlich wandte sich der Fremde wieder zu dem Gefangenen; er trat ihm näher, legte seine Hand auf dessen Schulter und sagte mit milderem Tone:
„Michael!"
Michael wandte sich bei diesem Ruse um, das Licht der Laterne beleuchtete ein geisterbleiches Antlitz mit matten, erloschenen Augen, die vorhin noch so kräftige Gestalt erschien wie gebrochen.
„Was willst Du noch?" fragte er fast tonlos. „Ist Dir es nicht genug, daß Du mich auf das Schaffst gebracht hast?"
Wieder zuckte jenes unheimliche, triumphirende Lächeln über des Fremden Gesicht; dann aber sagte er mit ermunternder Stimme:
„Kopf auf, Bursche, Du stehst noch nicht auf dem Schaffst, und ich bin auch gar nicht Willens, Dich auf dasselbe zu bringen. Du hast Dein Geständniß nicht dem Gericht abgelegt, sondern mir, und Du kannst dieses ruhig thun. Wiederhole mir aber, bevor ich weiter spreche, noch einmal das Bekenntniß: Du hast gestern jenen Mord begangen?"
Ein Widerruf seines vorigen Geständnisses hätte Michael nichts nützen können, auch war er viel zu verwirrt, um jetzt an einen solchen zu denken; mit dumpfer, tonloser Stimme wiederholte er:
„Ja!"
Der Fremde nickte zufrieden mit dem Kopfe, dann klopfte er Michael auf die Schulter und sagte mit freundlicherem Tone:
„So gefällst Du mir, Bursche! Du bist zu brauchen und deshalb wäre cs schade um Dich, wenn Du einen Strick um den Hals bekämst, oder wenigstens nach Sibirien geschleppt würdest. Ich will Dir die Freiheit verschaffen, wenn Du meine Bedingung eingehst."
Wie electerisirt fuhr bei dieser Eröffnung Michael auf, und ein Knie vor dem Fremden beugend, rief er:
„Dieses wolltest Du? — Mein Blut und Leben dafür! — Aber nun laß uns fort, fort von hier!"
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