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Eine Stunde verging so und Barbara batte sich dabei mehr von dem Klostergebäude entfernt; sie war allein im Garten, denn ein Paar Ordensschwestern, die sich an den Gemüsebeeten beschäftigt hatten, waren bereits zurückgekehrt.
„Barbara!" klang da ein leiser Ruf hinter dem Gesträuch hervor.
Die Gerufene fuhr zusammen und sah sich um, doch ohne Etwas zu bemerken, sie glaubte, eine Ordensschwester sei noch in dem Garten und mache sich einen Scherz mit ihr.
„Ich finde Dich schon!" rief sie, im Erwachen des heiteren Sinnes auf den angeblichen Scherz eingehend.
Barbara schritt auch in der That auf das Gebüsch zu, hinter welchem sich nach ihrer Meinung die neckende Ordensschwester verborgen hielt.
Da raschelte es hinter dem Gesträuche, ein junger Mann trat hervor.
Der Mann trug gewöhnliche Arbeiterkleidung und war seinem Aussehen nach ein Gärtnerbursche.
Bestürzt über diese unerwartete Begegnung, die erste derartige, so lange sie sich im Kloster befand, warf Barbara mit rascher Handbewegung den bisher zurückgeschlagenen Schleier wieder über das Gesicht und wandte sich, um eiligst davon zu fliehen.
„Barbara!" klang es ihr nach.
Diese Stimme klang so bekannt und zugleich so bittend in der Nonne Ohr, daß sie unwillkürlich mit ihrer Flucht anhielt, sich wieder umwendete und hinter dem Schleier hervor einen raschen, prüfenden Blick aus das Gesicht des Gartenburschen warf.
Aber bei diesem Blicke bebte Barbara zusammen. — Dieses waren ja so bekannte Züge, die ihr hier entgegen schauten, und in diese dunklen, feurigen Augen hatte sie schon so oft geblickt; zu oft, um sie wieder vergessen zu können.
Mit einem Sprunge befand sich Eonstantin schon neben Barbara, und ohne auf deren geistliches Gewand zu achten, welches jede solche Berührung untersagte, hatte er auch schon ihre Hand ergriffen, die er an sein Herz drückte, während er zugleich flüsterte:
„Barbara, ich sehe Dich wieder und der Himmel thut sich vor mir auf!"

