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Sprach ich denn nicht deutlich genug? Ich will Dich aus dem Kloster führen," erklärte Constantin.

Ich soll aus dem Kloster fliehen?"

Ja!"

Unwillkürlich bebte da Barbara wieder zusammen. So sehr sie auch schon längst 'gewünscht hatte, das ihr verhaßte Kloster zu ver­lassen und sich wieder in der freien Welt zwangslos zu bewegen, so ergriff sie doch jetzt auch mächtig der Gedanke, daß sie das Gelübde brechen sollte, welches sie. wenn auch gezwungen, denn doch geleistet hatte und das deshalb immer bindende Kraft für sie batte.

Ich würde dann zur Verbrecherin werden," flüsterte sie.

Constantin aber suchte sie über diesen Punkt zu beruhigen, indem er ihr bewies, daß sie das Kloster doch nur als ein zwingendes Ge- sängniß betrachten könne, aus welchem ja Jeder sich befreie, so bald es ihm nur möglich sei; diese Möglichkeit werde ihr jetzt aber geboten.

Es ist also kein Verbrechen, wenn Du stiebst," sagte er zum Schluffe,wohl aber wäre es ein Verbrechen, wolltest Du mit Deinem so warm dem Leben entgegen schlagenden Herzen Dich durch solche Rücksichten bewegen lassen, Dich noch länger, vielleicht sogar für immer der Welt entziehen, lebendig hinter dumpfen Mauern begraben sein. Die Welt hat auch ihre Ansprüche an Dich, wie Du sie an die Welt hast."

Constantin hatte wenig Mühe, Barbara zu überzeugen, denn jene Regung, welche nur flüchtig in Barbara ausgetaucht war, ging bei den Worten Constantin's eben so schnell vorüber, als sie ent­standen, und sie seufzte:

Ach, wäre ich schon weit von hier, weit, weit hinweg!"

Constantin mahnte sie zur Geduld und versprach ihr. daß er Alles anwenden wolle, um sie recht bald zu befreien, doch sei es nöthig, erst noch verschiedene Vorbereitungen zu treffen und auch sich selbst in Stand zu setzen, mit ihr Krakau zu verlassen, in einem sicheren Nachbarlande sich ihr ganz widmen und für ihre Existenz zu sorgen. Es war klar, daß Barbara, entfloh sie dem Kloster, bei ihren Verwandten in Russisch-Polen keine Aufnahme suchen und auch nicht finden könne, daß es ihr auch nicht gut möglich gemacht werde, ihren Aufenthalt in einem katholischen Lande zu nehmen, da es doch nicht lange verborgen bleiben würde, daß sie aus einem Kloster komme.